Letztes Update am Sa, 27.10.2018 08:12

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Für Chef von Bolsonaro-Partei ist UNO „linksextreme“ Organisation



Rio de Janeiro (APA/AFP) - Unmittelbar vor der Präsidentenstichwahl in Brasilien hat der Präsident der Partei des rechtspopulistischen Kandidaten Jair Bolsonaro internationalen Organisationen linksextreme Tendenzen vorgeworfen. Die Organisation Amerikanischer Staaten (OAS) und die UNO hätten „linksextreme, globalisierende Tendenzen“, sagte Gustavio Bebianno, Präsident der Sozial-Liberalen Partei (PSL), Journalisten.

Die OAS habe „nicht die geringste Glaubwürdigkeit“, so Bebianno am Freitag. Am Donnerstag hatte die OAS-Wahlbeobachterin Laura Chinchilla ihrer „ständigen Sorge“ über die Verbreitung von falschen Informationen im brasilianischen Wahlkampf Ausdruck verliehen. Diese habe ein „nie gesehenes Ausmaß“ angenommen.

Nach der ersten Runde der Präsidentschaftswahl vor drei Wochen waren Vorwürfe erhoben geworden, dass massiv Falschinformationen über WhatsApp zulasten der Arbeiterpartei (PT) und zugunsten Bolsonaros verbreitet wurden. PT-Kandidat Fernando Haddad machte seinen politischen Gegenspieler für das Geschehen verantwortlich.

Nach einem spannungsgeladenen Wahlkampf bestimmen die Brasilianer am Sonntag ihren neuen Präsidenten. Rund 147 Millionen Wähler sind aufgerufen, sich zwischen Bolsonaro und seinem linken Konkurrenten Haddad zu entscheiden. Bolsonaro geht als haushoher Favorit ins Rennen.

„Wir produzieren keine falschen Informationen“, sagte Bebianno. Chinchilla spreche offenbar von Haddads Partei, kritisiere diese aber nicht, weil sie selber links sei, erklärte der 54-jährige PSL-Chef.

Der rechtspopulistische Bolsonaro hat in der Vergangenheit wiederholt die Rolle internationaler Organisationen infrage gestellt, insbesondere den UN-Menschenrechtsrat.

~ WEB http://www.un.org/en/ ~ APA036 2018-10-27/08:10




Kommentieren