Letztes Update am Sa, 27.10.2018 15:10

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Handball: ÖHB-Männer wollen an nächstem Topgegner Schweden wachsen



Graz (APA) - Österreichs Handball-Nationalteam der Männer will am Sonntag (16.30 Uhr/live ORF eins) beweisen, in der WM-Vorbereitung bereits einen Schritt weiter zu sein als zuletzt bei der klaren Niederlage in Norwegen (31:43). Im zweiten Spiel des hochkarätigen Euro Cups empfangen die Österreicher mit dem EM-Zweiten Schweden eine weitere Weltklasse-Mannschaft in Graz.

„Wir sind noch nicht dort, wo wir sein wollen“, betonte ÖHB-Teamchef Patrekur Johannesson am Vortag des Duells. Man könne verlieren, müsse aber in jedem Spiel dazulernen. Bis zur WM im Jänner in Dänemark müsse das Team bereit sein. „Ich bin überzeugt, dass wir gegen Schweden besser auftreten werden als gegen Norwegen“, meinte Johannesson.

In der Vorbereitung auf das Norwegen-Spiel hatten die Österreicher den Fokus auf den Angriff gelegt. „Die Abwehr war aber ohne Biss, ohne Feuer, und hat ihre Aufgabe katastrophal gemacht“, kritisierte Johannesson. „Wir haben das jetzt im Training geübt, das werden wir verbessern. Auch der Angriff kann es noch besser machen. Wir müssen an die Grenze gehen.“ Die Spielweise der Schweden ist jener der Norweger ähnlich.

Laut Robert Weber seien der sehr guten Angriffsleistung in Stjordal zu große Lücken in der Deckung gegenübergestanden. „Das hat Norwegen mit seinem Tempospiel gnadenlos bestraft. Gegen die Schweden erwartet uns Ähnliches“, meinte der Flügelflitzer, der vor seinem 160. Länderspiel steht. Die 700-Tore-Marke scheint für den 32-Jährigen bei bisher 694 Treffern für Österreich in Reichweite.

Nicht zum Einsatz kommen wird laut Johannesson Torhüter Thomas Bauer, der erst zu Monatsbeginn mit dem FC Porto einen neuen Arbeitgeber gefunden hat. „Er muss schauen, über den Verein wieder in den Rhythmus zu kommen“, erklärte der Teamchef. Neben dem etablierten Kristian Pilipovic wird dadurch Lokalmatador Thomas Eichberger von der HSG Graz sein Länderspiel-Debüt geben.

Der Anfang September eingeweihte neue Raiffeisen Sportpark in Graz dürfte mit knapp 3.000 Zuschauern erstmals ausverkauft sein. Am Samstag waren nur noch Restkarten erhältlich. Die ÖHB-Führung begrüßt den Euro Cup, den man statt der Qualifikation für die Heim-EM 2020 gemeinsam mit den Co-Gastgebern Norwegen und Schweden sowie Titelverteidiger Spanien austrägt.

„Wir spielen gegen Weltklasse-Nationen der allerhöchsten Kategorie. Das ist unglaublich wichtig für die Mannschaft“, meinte Sportdirektor Patrick Fölser. Die Begegnungen mit den Spaniern stehen erst im April auf dem Programm. Davor gilt es noch die WM erfolgreich zu bestreiten. Fölser: „Der Euro Cup ist eine ideale Vorbereitung.“

Vor der WM trifft die ÖHB-Auswahl erst wieder zwischen Weihnachten und Neujahr in der Südstadt zusammen. Die Legionäre stoßen dann am 2. Jänner in Innsbruck zum Team. Dort stehen in der Olympiahalle auch die abschließenden WM-Tests gegen Bahrain (4. Jänner) und Angola (6. Jänner) auf dem Programm, ehe am 11. Jänner gegen Saudi-Arabien der WM-Startschuss fällt.

Die weiteren Gruppengegner in Herning sind Chile, die Favoriten Norwegen und Gastgeber Dänemark sowie Tunesien. Erklärtes ÖHB-Ziel ist der Aufstieg in die Hauptrunde, der den Top drei vorbehalten ist. Aufgrund der vielen Spiele in kurzer Zeit müsse man im Jänner vor allem körperlich topfit sein, meinte Johannesson. Im Trainingslager nach Weihnachten soll daher vor allem im athletischen Bereich gearbeitet werden.




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