Letztes Update am Mi, 31.10.2018 03:13

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Bolsonaro will Umwelt- und Landwirtschaftsministerium zusammenlegen



Rio de Janeiro (APA/AFP) - Brasiliens künftiger Präsident Jair Bolsonaro will das Umwelt- und das Landwirtschaftsministerium zusammenlegen und hat damit scharfe Kritik von Naturschützern auf sich gezogen. Der Bolsonaro-Vertraute und Abgeordnete Onyx Lorenzoni bestätigte am Dienstag, dass die Bereiche Landwirtschaft und Umwelt in einem Ministerium gebündelt werden sollen - „wie von Anfang an geplant“.

Vor der Stichwahl um das Präsidentenamt hatte der Rechtspopulist Bolsonaro noch Gesprächsbereitschaft bei diesem umstrittenen Punkt seines Wahlprogramms signalisiert.

Kritiker befürchten, dass mit einer Zusammenlegung der Ministerien der Umweltschutz den Interessen der mächtigen Agrarlobbys geopfert wird - und dass sich die Abholzung des Regenwaldes in Brasilien beschleunigen könnte, um neue Anbau- und Weideflächen für die Landwirtschaft zu schaffen.

Greenpeace verurteilte die geplante Fusion am Dienstag als „großen Fehler“. Brasilien habe die weltweit größte Biodiversität und mit dem Amazonas-Regenwald den größten Wald der Welt. Die prominente brasilianische Umweltaktivistin und Ex-Umweltministerin Marina Silva sprach auf Twitter von einer „Katastrophe“. Der Umweltschutz werde künftig in Brasilien keine Rolle mehr spielen.

Der von den Agrarlobbys unterstützte Bolsonaro hatte die Präsidentschaftswahl am Sonntag klar gewonnen. Am Dienstag traf sich der Rechtspopulist mit engen Mitarbeitern, um über die Verteilung von Ministerposten zu beraten. Nach Angaben Lorenzonis soll die Zahl der Ministerien auf 15 bis 16 halbiert werden. Bolsonaro wird im Jänner offiziell zum neuen Staatschef des größten südamerikanischen Landes.




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