Letztes Update am Fr, 02.11.2018 12:28

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Rumänische Sozialdemokraten attackieren EU-Kommissarin Cretu



Bukarest/Brüssel (APA) - In Rumänien schießen sich die regierenden Sozialdemokraten (PSD) zunehmend auf ihre frühere Parteikollegin und derzeitige EU-Kommissarin für Regionalpolitik, Corina Cretu, ein. So warf PSD-Vizegeneralsekretär Codrin Stefanescu der 51-Jährigen Donnerstagabend vor, „Brüsseler Interessengruppen“ hörig zu sein und schon seit geraumer Zeit „weder die Interessen Rumäniens noch die der PSD“ zu vertreten.

Dabei ist EU-Kommissar freilich nicht dafür vorgesehen, sich spezifisch für das Mitgliedsland, das ihn entsandt hat, oder seine Partei einzusetzen. Stefanescus Frontalattacke auf Cretu erfolgte, nachdem diese wiederholt die Unfähigkeit der rumänischen Behörden im Allgemeinen und der Regierung unter Ministerpräsidentin Viorica Dancila im Besonderen beim Abrufen von EU-Fonds kritisiert hatte.

Zudem hatte Cretu Angaben des umstrittenen Regierungsberaters Darius Valcov widerlegt, der als rechte Hand von PSD-Chef Liviu Dragnea gilt. Valcov hatte in den vergangenen Tagen behauptet, dass die Machbarkeitsstudien für drei teils mit EU-Mitteln in Rumänien zu errichtende Regionalkrankenhäuser 250 Millionen Euro kosten würden, woraufhin die EU-Kommissarin klarstellte, dass sich die Kosten besagter Studien auf lediglich 1,8 Millionen Euro belaufen.

Cretu erklärte sich am Freitagvormittag „konsterniert“ ob des Angriffs aus den eigenen Parteireihen. Sie sei „geschockt“ und „sprachlos“, dass ihr „Partei- und Landesverrat“ vorgeworfen werde, wo sie seit Monaten nichts anderes tue, als die rumänischen Behörden anzuflehen, doch die bereitstehenden EU-Mittel endlich abzurufen, schrieb die EU-Kommissarin auf Facebook in einer Reaktion auf den Angriff Stefanescus.




Kommentieren