Letztes Update am So, 04.11.2018 08:06

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Entwicklung von Südafrika durch schlechtes Bildungssystem gebremst



Kapstadt (APA) - Die hohe Arbeitslosigkeit ist für Südafrika eine der größten Herausforderungen - daran ist auch das schlechte Bildungssystem schuld. Offiziellen Zahlen zufolge liegt die Arbeitslosenquote zurzeit bei 28 Prozent, bei den 15- bis 34-Jährigen haben über 50 Prozent keinen Job. Zudem ist Südafrika von enormer Ungleichheit geprägt, Arm und Reich klaffen hier unübersehbar auseinander.

Oft sind es nur wenige Autominuten, die mondäne und streng abgesicherte Wohnhäuser mit Blick auf das Meer von den Townships mit eng aneinander liegenden Häusern aus Wellblech trennen. Um die Ungleichheit, die vor allem in ärmeren Gegenden zu Kriminalität und Gewalt führt, zu reduzieren, müsste sich eine Mittelschicht bilden - „ähnlich wie in China“, sagt der österreichische Botschafter in Südafrika, Johann Brieger und betont die hohe Bedeutung eines wirtschaftlich starken Standorts im Süden Afrikas.

Zu den Hauptfaktoren für die hohe Arbeitslosenrate zählen das schlechte Bildungssystem, große Probleme die erste Anstellung zu finden und die ungleiche Verteilung von Arbeitsplätzen zwischen ländlichem und urbanem Raum, heißt es von der Wirtschaftskammer (WKÖ). Verschiedene Maßnahmen hätten bisher kaum Wirkung gezeigt, obwohl die Bildungsausgaben mit 6,5 Prozent des BIP vergleichsweise hoch sind, so der WKÖ-Wirtschaftsdelegierte in Südafrika, Johannes Brunner.

„Wird eine Schule gebaut, dann werden die Klassen oft mit 50 Kindern vollgepackt oder es werden Schulgebühren erhoben, die von der armen Bevölkerung nicht bezahlt werden können“, sagt Susanne French, die sich neben ihrem Job als Flugbegleiterin seit Jahren für Bildung in Südafrika, vor allem im Township Capricorn bei Kapstadt, einsetzt.

Deshalb sind private Initiativen „eine der tragenden Säulen im Bildungsbereich Südafrikas, insbesondere wenn es um soziale Brennpunkte geht“, erzählt sie. 70 Prozent der Bewohner des Townships Capricorn haben keinen Job, die meisten sind Analphabeten. 2018 wurde dort die Volksschule i-Themba eröffnet, die zurzeit Platz für 105 Kinder bietet. Die Kinder stammen aus den ärmsten Familien dieses Vororts, viele sind unterernährt. Die Schule soll weiter ausgebaut werden, langfristig sollen hier 700 Kinder unterrichtet werden. Gesponsert wird das Projekt vor allem vom Lufthansa-Konzern.

Auch zahlreiche andere Bildungsprojekte werden mit privaten Spendengeldern finanziert. „Es braucht Hilfe aus Europa, auch auf pädagogischer Ebene“, so French. Auch Brunner bestätigt die hohe Nachfrage nach Bildungsleistungen. „Das spannt sich von der Grundschule, über die Berufsausbildung bis zum Maturaabschluss.“ Er sieht in diesem Zusammenhang viel Potenzial für innovative e-learning-Lösungen.

Meldungshinweis: Diese Meldung entstand im Rahmen einer Pressereise auf Einladung von Austrian Airlines.

~ WEB https://news.wko.at/presse ~ APA039 2018-11-04/08:01




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