Letztes Update am So, 04.11.2018 08:49

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Spahn fordert von CDU mehr Abgrenzung gegenüber SPD



Berlin (APA/Reuters) - Der für den CDU-Vorsitz kandidierende deutsche Gesundheitsminister Jens Spahn fordert von seiner Partei eine deutlichere Abgrenzung gegenüber der SPD und stellt eine größere Mitbestimmung der Basis in Aussicht. „Parteien müssen sich wieder stärker unterscheiden“, sagte Spahn im Interview mit der Zeitung „Welt am Sonntag“.

„Unser Menschen- und Gesellschaftsbild unterscheidet sich elementar von dem der Sozialdemokratie.“ Solche grundsätzlichen Unterschiede habe die CDU in den vergangenen Jahren nicht mehr ausreichend deutlich gemacht.

„Die CDU muss sich jetzt verständigen, wo sie im nächsten Jahrzehnt hin will – auch über diese große Koalition hinaus, auf der bisher kein Segen liegt“, verlangte Spahn. „Bundesweit liegt die Union in Umfragen nur noch bei 24 Prozent, die CDU allein unter 20 Prozent und damit hinter den Grünen“, ergänzte er. „Unser Ziel als Volkspartei müssen aber 40 Prozent sein“, mahnte Spahn.

Dazu seien eine personelle und auch eine inhaltliche Erneuerung notwendig. Der CDU-Politiker sprach sich zugleich für einen „Stilwechsel“ in seiner Partei aus. „Wir müssen wieder lernen, Debatten in der Partei breit und offen zu führen“, sagte Spahn. „Unsere Mitglieder wollen richtig diskutieren und mitentscheiden.“

CDU-Chefin Angela Merkel hatte nach dem Einbruch ihrer Partei bei der Landtagswahl in Hessen angekündigt, dass sie nach rund 18 Jahren an der Spitze der CDU beim Parteitag Anfang Dezember nicht erneut antreten werde. Ihre Kanzlerschaft will sie aber bis 2021 zu Ende bringen. An diesem Sonntag treffen sich CDU-Präsidium und -Bundesvorstand, um über die weiteren Schritte zu beraten. Für den Parteivorsitz kandidieren neben Spahn auch der frühere Unions-Fraktionschef Friedrich Merz und Generalsekretärin Annegret Kramp-Karrenbauer.




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