Letztes Update am So, 04.11.2018 10:40

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Große Unterstützung in Serbien für Normalisierungsdialog mit Kosovo



Belgrad/Prishtina (Pristina) (APA) - Eine aktuelle Meinungsumfrage legt nahe, dass die Serben möglicherweise zum ersten Mal den EU-initiierten Normalisierungsdialog zwischen Belgrad und Prishtina mehrheitlich unterstützen. Dies stellte die Meinungsforschungsagentur Demostat auf Basis der Resultate einer zwischen 8. und 17. Oktober unter 1.200 Bürgern Serbiens durchgeführten Umfrage fest.

79 Prozent der Befragten unterstützten den Normalisierungsdialog. 54 Prozent gaben an, dass sie darin eine Chance sähen, die Kosovo-Frage zu lösen, wie das Internetportal Balkan Insight berichtete.

Vier von fünf Befragten erklärten auch, dass ihnen der Vorschlag von Präsident Aleksandar Vucic zu einer „Grenzziehung“ mit den Kosovo-Albanern klar sei. Vucic hat seinen Vorschlag bisher nie näher erläutert. Allerdings sind 61 Prozent der Serben einem Gebietsaustausch mit dem Kosovo abgeneigt, wie die Umfrage ebenfalls ergab.

Der kosovarische Präsident Hashim Thaci hatte sich vor Wochen für eine „Grenzkorrektur“ mit Serbien ausgesprochen, die den Anschluss von drei südserbischen Gemeinden mit bedeutendem albanischem Bevölkerungsanteil an den Kosovo ermöglichen würde.

Der seit 2011 laufende Normalisierungsdialog steckt seit Wochen in der Sackgasse. Dazu war es gekommen, nachdem sich die Hauptverhandler Vucic und Thaci öffentlich für die „Grenzziehung“ bzw. „Grenzkorrektur“ ausgesprochen hatten. Ein Versuch der kosovarischen Opposition, Thaci daran zu hindern, im Normalisierungsdialog mit Serbien auch über eine Änderung der Staatsgrenzen zu verhandeln, war am Donnerstag im Parlament des Kosovo gescheitert.




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