Letztes Update am So, 04.11.2018 13:05

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Italienischer Präsident gedachte Endes des Ersten Weltkriegs



Rom (APA) - Der italienische Präsident Sergio Mattarella hat am Sonntag des Endes des Ersten Weltkriegs gedacht. Das Staatsoberhaupt legte einen Kranz in der Gedenkstätte im friulanischen Redipuglia nieder, dem größten Soldatenfriedhof Europas mit den Überresten von 100.000 Gefallenen, 30 Kilometer von Triest entfernt.

Die Gedenkstätte, die von Benito Mussolini 1938 errichtet wurde, ist das größte Kriegerdenkmal Europas. 22 Terrassen führen auf einen Hügel hinauf, der im Ersten Weltkrieg heiß umkämpft war. An dessen höchstem Punkt erheben sich drei helle Kreuze, die an Golgotha erinnern. In Redipuglia befindet sich auch ein österreichisch-ungarischer Soldatenfriedhof mit den sterblichen Überresten von 14.500 Militärs.

Nach dem Besuch in Redipuglia reiste Mattarella nach Triest weiter, wo eine Zeremonie zu Ehren der italienischen Streitkräfte in Anwesenheit von Verteidigungsministerin Elisabetta Trenta stattfand. Mattarella hob in seiner Ansprache in Triest die „Unfähigkeit der europäischen Führungselite“ vor dem Ersten Weltkrieg hervor, eine friedliche Lösung für ihre Differenzen zu finden. Sie hätten einem „aggressiven Nationalismus“ und der „Rhetorik der Expansion“ nachgegeben, die Europa in den Ruin trieben. „Niemand hätte gedacht, dass der Krieg so tragisch sein und so lang dauern würde“, sagte Mattarella.

Am 4. November wird in Italien der Tag der Streitkräfte begangen, der während des Faschismus „Jahrestag des Sieges“ hieß, im Andenken an den Sieg Italiens am Ende des Ersten Weltkriegs. Der 4. November war im Jahr 1977 in Italien als Feiertag abgeschafft worden.




Kommentieren