Letztes Update am So, 04.11.2018 17:26

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Myanmars Regierung legt nach Wahl-Niederlagen Fokus auf Minderheiten



Yangon (Rangun) (APA/Reuters) - Myanmars Regierungspartei will sich als Konsequenz aus mehreren Niederlagen bei Nachwahlen gezielt um die Belange von Minderheiten kümmern.

Die NLD von Regierungschefin Aung San Suu Kyi räumte am Sonntag ein, nur sieben von 13 Sitzen gewonnen zu haben. In den Bezirken der Minderheiten seien sogar „fünf von sechs Sitzen verloren gegangen“, sagte ein Parteisprecher. Die Menschen dort seien „mit unserer Leistung beim Friedensprozess nicht zufrieden“, erklärte er. „Das Ergebnis ist für uns eine Lehre.“ Die NLD werde sich vor der Wahl 2020 neu ausrichten.

Die Nachwahlen fanden zum Teil auf Landes- und Kommunalebene statt. Offizielle Ergebnisse lagen zunächst nicht vor. Elf der 13 Sitze wurden frei, weil ihre Amtsinhaber starben, eine Folge des vergleichsweise hohen Alters der Spitzenpolitiker in Myanmar.

Die Regierung der Nobelpreisträgerin Suu Kyi steht international wegen der Gewalt gegen die muslimische Rohingya-Minderheit und dem umstrittenen Urteil gegen zwei Journalisten der Nachrichtenagentur Reuters unter Kritik. Eine UNO-Kommission warf dem Militär des Landes im August Massentötungen und -vergewaltigungen unter den Rohingya mit der „Absicht von Völkermord“ vor. Suu Kyi hat angekündigt, die jahrzehntelangen ethnischen Konflikte in Myanmar beenden zu wollen. Allerdings stocken die Friedensgespräche und die Gewalt hat zugenommen.




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