Letztes Update am Mo, 05.11.2018 08:07

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Iran will sich über US-Sanktionen hinwegsetzen



Teheran (APA/Reuters/AFP) - Der Iran will sich über die neuen US-Sanktionen hinwegsetzen. „Amerika wollte Irans Öl-Verkäufe auf null kürzen“, sagte Präsident Hassan Rouhani am Montag während eines Treffens mit Wirtschaftsexperten, das vom Staatsfernsehen übertragen wurde. „Aber wir werden unser Öl weiter verkaufen, ... die Sanktionen brechen.“

Der Iran werde die „illegalen und ungerechten Sanktionen mit Stolz umgehen, weil sie gegen internationale Regeln verstoßen“, sagte Rouhani am Montag in einer Fernsehansprache. Er sprach von einem „Wirtschaftskrieg“ gegen sein Land. Über US-Präsident Donald Trump sagte Rouhani, noch nie habe jemand im Weißen Haus gesessen, der „ein solcher Gegner von Gesetzen und internationalen Übereinkommen“ sei.

Die USA setzen die im Zuge des Atomabkommens für längere Zeit aufgehobenen Strafmaßnahmen gegen den Energie- und Bankensektor des Iran an diesem Montag wieder in Kraft. Details will die US-Regierung im Laufe des Tages bekanntgeben. Um eine Destabilisierung des Ölpreises zu verhindern, sollen für voraussichtlich acht Länder vorübergehend Ausnahmen gelten. Dazu dürften China, Indien, Südkorea, Japan und die Türkei zählen, die zu den größten Abnehmern iranischen Öls zählen.

Trump will mit den Strafmaßnahmen nach eigenen Angaben die Regierung in Teheran unter anderem dazu bringen, ihre Atom- und Raketenprogramme aufzugeben. Trump hatte im Mai das internationale Atomabkommen mit dem Iran aufgekündigt, das auch von Deutschland unterschrieben worden war.

Am Sonntag gab es im Iran Massendemonstrationen gegen die USA. Die EU, Deutschland, Frankreich und Großbritannien bedauerten in einer gemeinsamen Stellungnahme, dass die USA ihre Strafmaßnahmen erneut greifen lassen wollen.




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