Letztes Update am Mo, 05.11.2018 10:17

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Basketball: Luka Brajkovic will nicht nur „Rollenspieler“ sein



Davidson (North Carolina)/Feldkirch/Wien (APA) - Luka Brajkovic geht mit Selbstvertrauen und hohen Erwartungen an sich selbst in seine erste Saison als Basketballer am Davidson College in der US-amerikanischen NCAA. Nur „Rollenspieler“ zu sein, wäre ihm zu wenig, sagte der 19-Jährige im Gespräch mit der APA - Austria Presse Agentur. Coach Bob McKillop traut dem Schützling aus Vorarlberg ebenfalls viel zu.

Der Feldkircher will seinem Team als „Freshman“, wie „Rookies“ in der College-Liga heißen, „gleich helfen“. Sei es am Rebound, als Scorer oder mit Assists, wie er betont. „Ich will ein wichtiger Spieler schon in der ersten Saison sein.“

Eine tragende Rolle in der Mannschaft der „Wildcats“ hat auch McKillop für den Power Forward eingeplant. Brajkovic darf wie im jüngsten Test gegen Washington & Lee (16 Punkte, acht Rebounds) am Dienstag (Ortszeit) gegen Cleveland State zum Auftakt der College-Meisterschaft mit einem Platz in der Startformation rechnen.

Dass er in Österreichs zweiter Liga bereits gegen Männer gespielt hat, sei durchaus hilfreich, sagte der 2,08 Meter große Power Forward zur APA. Nachsatz: „Vor allem in Eins-gegen-Eins-Situationen.“ Dass am College auch eigensinnig gespielt werde, wovor er gewarnt worden sei, treffe in Davidson nicht zu. „Unser Coach will, dass der Ball viel bewegt wird.“ Und das geschehe auch.

Zudem sind die „Wildcats“ mit enorm hohem Tempo unterwegs. Er habe jedenfalls nie zuvor derart schnell gespielt, betonte Brajkovic. Dass es am College über zwei mal 20 und nicht vier mal zehn Minuten gehe, sei keine wesentliche Umstellung. Noch ungewohnt seien die oftmaligen Media-Timeouts. Dass Angriffe 30 und nicht nur 24 Sekunden dauern dürfen, spiele bei Davidson keine Rolle. „Wir versuchen ohnedies schnell abzuschließen.“

Vor dem Spiel gegen Cleveland State sei er „schon nervös“, gestand der 19-Jährige ein. „Meine Erwartungen an mich sind hoch. Es geht vor eigenem Publikum los. Ich hoffe, dass ich gut spiele.“

Basketball ist laut Brajkovic in Davidson, wo von 2006 bis 2009 auch der nunmehrige NBA-Superstar Stephen Curry gespielt hat und noch immer omnipräsent ist, die Sportart Nummer eins. Als Basketballer sei man hier „ein interessanter Typ“.

In der Mannschaft der Wildcats wurde der Feldkircher gut aufgenommen. „Ich fühle mich echt sehr wohl.“ Auf dem Campus wohnt Brajkovic mit dem schwedischen Teamkollegen David Czerapowicz zusammen. Mit Nathan Ekwu aus Nigeria, dem Isländer Jon Axel Gudmundsson, dem Serben Dusan Kovacevic sowie dem Briten Nelson Boachie-Yiadom neben dem Österreicher stellen die „Wildcats“ ein durchaus internationales Team.

Der „Go-to-Guy“ in der Mannschaft wird Kellan Grady sein. Der 21-jährige Guard wird für den NBA Draft 2019 als Spieler gehandelt, der um die Position 15 ausgewählt werden könnte. Von seinem neuen österreichischen Teamkollegen ist er angetan. Luka sei ohne Zweifel eine Verstärkung, so Grady. „Wir wollen besser abschneiden als vergangene Saison.“ 2018 hatte Davidson die Atlantic 10-Meisterschaft gewonnen, schied jedoch im NCAA-Turnier in der ersten Runde aus.

Für Brajkovic dreht sich in Davidson alles „um Schule und Basketball“. Es sei „anstrengend“, weil ihm auch schulisch „nichts geschenkt“ werde. „Aber ich könnte nicht glücklicher sein hier“, lautet das Resümee des Vorarlbergers. Zeit zum „Abhängen“ mit den Teamkollegen bleibe schließlich auch noch. Ab und zu geht es zudem als Zuschauer zum Football oder - wie zuletzt am Sonntag - zum in den USA als Soccer bekannten Fußball auf dem Campus.

Für McKillop, der im 30. Jahr als Coach der „Wildcats“ fungiert, somit auch mit Curry gearbeitet hat und bei 554 Siegen sowie 340 Niederlagen hält, ist der Feldkircher nicht nur ein junger Mann, den man sich „als Schwiegersohn wünschen“ würde. Als Mensch sei er „zurückhaltend und respektvoll“, als Sportler trainiere er fleißig, sei „uneigennützig“ und „einfach ein fantastischer Teamkollege“. Brajkovic habe sehr rasch das Vertrauen der Mannschaft gewonnen. „Und die Zuschauer lieben ihn bereits.“

„Wenn Luka hart weiterarbeitet, gibt es für ihn keine Grenze nach oben“, so McKillop, der erwartet, dass Brajkovic „besser und besser wird“. Das Spielsystem in Davidson passe gut für ihn. Zudem soll Brajkovic schon bald auch von jenseits der Dreipunkte-Linie abschließen. „Er hat die Erlaubnis“, sagte der Coach zur APA. „Pick and Pop“ etwa wird bereits trainiert.




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