Letztes Update am Mo, 05.11.2018 10:41

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


„Westen“: Serbien soll Kampagne gegen Kosovo-Anerkennung stoppen



Belgrad (APA) - Westliche Staaten haben nach Angaben des serbischen Außenministers Ivica Dacic Belgrad aufgefordert, seine seit Monaten laufende Offensive gegen die internationale Anerkennung des Kosovo einzustellen. Die Kampagne störe den Dialog zur Normalisierung des Verhältnisses zwischen Belgrad und Prishtina, erläuterte Dacic gegenüber der Tageszeitung „Vecernje novosti“ (Montagausgabe).

Der Außenminister sagte nicht, aus welchen Staaten konkret die Aufforderung gekommen ist. Er sprach gegenüber dem Belgrader Blatt nur vom „Westen“. Der Normalisierungsdialog findet unter EU-Vermittlung statt. Für die EU ist ein geregeltes Verhältnis eine Voraussetzung für eine weitere EU-Annäherung der beiden Länder.

Dacic teilte am Sonntag mit, dass neun Staaten - Surinam, Sao Tome und Principe, Guinea-Bissau, Burundi, Papua-Neuguinea, Liberia, Lesotho, Grenada und Dominica - seit Oktober 2017 die Anerkennung des Kosovo rückgängig gemacht hätten. Die kosovarische Regierung hat solche Behauptungen Belgrads bisher wiederholt bestritten. Laut dem Internetportal des kosovarischen Außenministeriums haben bisher 116 Staaten die Unabhängigkeit des Kosovo anerkannt, darunter auch jene, die laut Dacic ihre Anerkennung zurückgezogen haben.

Belgrad lehnt es nach wie vor ab, seine ehemalige Provinz als eigenen Staat anzuerkennen. Serbien setzt derzeit alles daran, die Aufnahme des Kosovo in die internationale Polizeiorganisation Interpol zu verhindern. Die Interpol-Generalversammlung soll in der Frage bei ihrem Treffen entscheiden, das vom 18. bis 21. November in Dubai stattfindet.




Kommentieren