Letztes Update am Mo, 05.11.2018 11:48

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Digitale Ärzte und Video-Docs - Diskussionsveranstaltung in Wien



Wien (APA) - Während jeden Tag in Österreich Hunderttausende Patienten einen Hausarzt aufsuchen, versprechen flotte Internet-Dienstanbieter in ihren Werbevideos den „besseren Arzt“ per Online-Service samt Video-Kopplung. Die zunehmende Digitalisierung der Medizin ist kommende Woche (13. November) Thema eines „Infusion“-Symposiums der Österreichischen Ärztekammer im ORF-RadioKulturhaus.

Es geht um Künstliche Intelligenz, Telemedizin und Robotik in der Medizin. In vier Keynote-Vorträgen sollen Experten wesentliche Aspekte der zukünftigen Entwicklung darstellen. So beschäftigt sich der „Mindbreeze“-Key Account Betreuer Adolf Sonnleitner (Linz) mit der Frage, ob die Technik den Arzt verdrängen wird. Das Unternehmen entwickelt Softwarelösungen zur Auffindung und Zusammenführung von Daten, was speziell in der Medizin eine knifflige Frage ist. Informationen über Patienten und Abläufe werden zuhauf dokumentiert, es ist aber schwierig, sie wieder sinnvoll zusammenzuführen. Hier wären wohl jede Menge Verbesserungen für mehr Effizienz und mehr Patientensicherheit im Gesundheitswesen abseits medizinischer Heilsversprechungen möglich.

Die „schöne neue Welt“ von Gesundheitsdienstleistungen via Online-Service, Video-Diensten und Internet wird wohl Andy Fischer vom Schweizer Anbieter „Medgate“ darstellen. Das Unternehmen betreibt einen Telemedizin- bzw. Teleberatungsservice mit Video-Ärzten rund um die Uhr. Wenn es um diese Ärzte geht, heißt es da im Internet: „Er wartet nicht, bis Du kommst. Er kommt zu Dir, wenn Du ihn brauchst“, der Internet-Doktor hätte „nicht eine Antwort, nicht eine Lösung“, sondern „eine passende“. Und wenn der potenzielle Patient persönlichen Rat braucht, solle er in die nächste Apotheke mit „Mini-Klinik“ gehen. Dort werde er von (nichtärztlichem) Fachpersonal untersucht, im Zweifelsfall werde ein Arzt online zugeschaltet. Das Rezept für Halsweh, Rückenschmerzen etc. kommt elektronisch (einzulösen gleich in angeschlossener Apotheke). Bezahlt wird auch gleich.

„Chancen und Risiken der Digitalisierung in der Medizin“ wird der Salzburger Ärztekammerpräsident Karl Forstner anreißen. Längst werden auch in Österreich nicht alle sinnvollen Anwendungen der Telemedizin lückenlos verwendet. In der täglichen Praxis der niedergelassenen Medizin zeigt sich aber auch praktisch minütlich, dass jegliche EDV-Technik das ärztliche Gespräch nicht ersetzen kann. Philosoph Konrad Liessmann wird schließlich mit „Leben mit Maschinen - Philosophisch-ethische Aspekte der Digitalisierung“ dem Medizinbetrieb übergeordnete Gedanken zum Mensch-Maschinen-Verhältnis in der Medizin formulieren.

(S E R V I C E: Internet - http://www.in-fusion.at)




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