Letztes Update am Mo, 05.11.2018 12:31

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Zwölf Neugeborene in afghanischem Krankenhaus gestorben



Kabul (APA/dpa) - In einem Krankenhaus in der nordostafghanischen Provinz Pandschir sind zwölf Neugeborene ums Leben gekommen. Die Säuglinge seien am Sonntag an septischen Schocks gestorben, bestätigte ein Vertreter der italienischen Nichtregierungsorganisation „Emergency“ in Afghanistan am Montag. Alle hätten die gleichen Symptome aufgewiesen.

Zwei weitere Neugeborene waren am Montag noch in Lebensgefahr. Die Säuglingsstation in dem von der NGO betriebenen Krankenhaus im Bezirk Anabah sei abgeriegelt worden, sagte der Sprecher. Ein Fehlverhalten des medizinischen Personals schloss er aus. Demnach sollen nun Labortests zeigen, wodurch die septischen Schocks verursacht wurden.

Ein septischer Schock ist ein meist lebensgefährlicher Zustand, der intensivmedizinisch behandelt werden muss. Betroffene sterben häufig an Multiorganversagen in Folge eines starken Blutdruckabfalls.

Der jahrzehntelange Krieg und anhaltende Gewalt haben verheerende Auswirkungen auf das Gesundheitssystem in Afghanistan. Ein großer Teil der Gesundheitsversorgung wird durch Nichtregierungsorganisationen bereitgestellt. Die NGO „Emergency“ ist seit 1999 im Land aktiv. Nach eigenen Angaben wurden in Einrichtungen der NGO bisher mehr als sechs Millionen Patienten behandelt.




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