Letztes Update am Mo, 05.11.2018 12:37

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Chinas größte Handelsmesse zeigt Einbruch der Exportaufträge aus USA



Peking/Dongguan (APA/Reuters) - Der andauernde Zollstreit mit den USA hinterlässt tiefe Spuren in Chinas Außenhandel. Das zeigt die Bilanz der größten Handelsmesse in der Volksrepublik, die am Sonntag zu Ende ging. Die Organisatoren berichteten von einem Einbruch der Bestellungen aus den USA und äußerten sich pessimistisch zu den Exportaussichten der weltweit zweitgrößten Volkswirtschaft im kommenden Jahr.

Den Angaben zufolge wurden auf der Kanton-Messe gut 30 Prozent weniger Ausfuhrverträge mit den Vereinigten Staaten abgeschlossen als vor Jahresfrist. Hintergrund sind die US-Zölle, die zahlreiche Waren teurer machen, von der Batterie bis zum Ackerschlepper.

Die Großveranstaltung in der südchinesischen Provinz Guangdong findet jährlich zwei Mal statt. Auf der gerade abgelaufenen Herbstmesse wurden insgesamt Exportgeschäfte im Wert von umgerechnet knapp 30 Mrd. Dollar (26,3 Mrd. Euro) besiegelt. Das ist ein Rückgang um 1 Prozent. Während der Handel mit westlichen Partnern wie Australien (minus 8,9 Prozent) und Kanada (minus 7,3 Prozent) schrumpfte, gab es im Geschäft mit asiatischen Staaten und den anderen großen Schwellenländern Zuwächse. Besonders groß fiel dieser mit 74,4 Prozent aus bei den Ausfuhren nach Japan.

Von Einbußen berichteten insbesondere die Textilindustrie und Haushaltsgerätehersteller. Unter Druck stehen auch Batterieproduzenten. Branchenvertreter Abell Lu äußerte sich „extrem besorgt“ über die Geschäftslage. Er ist Chef der Firma Motoma, die Lithiumbatterien fertigt und mehr als die Hälfte davon an die US-Smartphonebranche verkauft.

Wichtigster Handelspartner Chinas sind die USA. Beide haben sich gegenseitig mit Zöllen auf Waren im Wert von mehreren Hundert Milliarden Dollar überzogen. Weitere Strafaufschläge könnten folgen, wenn es auf dem voraussichtlichen Treffen von US-Präsident Donald Trump mit seinem chinesischen Amtskollegen Xi Jinping am Rande des G-20-Gipfels in Argentinien Ende des Monats nicht zu einer nennenswerten Annäherung kommt.




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