Letztes Update am Mo, 05.11.2018 13:01

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Ex-Geschäftsführer von Flughafen-Wien-Tochter in NÖ vor Gericht



Korneuburg (APA) - In Korneuburg steht seit Montag ein ehemaliger Geschäftsführer der Flughafen-Wien-Tochter Vienna Airport Infrastruktur Maintenance GmbH (VAI) wegen Untreue vor Gericht. Dem 63-Jährigen wird unter anderem vorgeworfen, jahrelang überhöhte Leihpersonal-Kosten abgerechnet und dadurch die VAI geschädigt zu haben. Er bekannte sich nicht schuldig. Neben ihm sind sieben weitere Personen angeklagt.

Der ehemalige VAI-Geschäftsführer soll von 2005 bis November 2013 gemeinsam mit einem nunmehr 60-jährigen ehemaligen Prokuristen des Betriebes Leiharbeiter von vier Firmen zu Konditionen angemietet haben, die höher waren als am Markt üblich. Zudem seien seitens der VAI keine Rabatte geltend gemacht worden, die dem Unternehmen zugestanden wären. Neben dem Erst- und Zweitangeklagten soll auch ein ehemaliger technischer Leiter der VAI, der 2013 Selbstmord beging, an der Verursachung des Schadens mitgewirkt haben.

Fünf weiteren Angeklagten wird Beteiligung an der Untreue vorgeworfen. Von ihnen geführte Unternehmen sollen die Leiharbeiter überteuert und mit falschen Qualifikationseinstufungen an die VAI verliehen haben. Zu einer der Personalleasing-Firmen soll es eine persönliche Verflechtung des technischen Leiters gegeben haben.

Der Hauptbeschuldigte soll außerdem Arbeiter und Leihpersonal auf VAI-Kosten unter anderem in seinem eigenen Gebäude und im Heizraum des Hauses seiner Tochter eingesetzt haben. Die 36-jährige Tochter des Ex-Geschäftsführers der VAI steht ebenfalls vor Gericht. Ihr wird Vorteilsannahme angelastet, weil sie laut Anklage einen um rund 20.000 Euro verringerten Preis für die Installation ihrer Heizung bezahlt hat. Der Verteidiger der 36-Jährigen stritt diesen Vorwurf ab.

Auch der Zweitangeklagte soll Leiharbeiter für private Zwecke eingesetzt haben. 19.000 Euro Schaden sind der VAI laut Staatsanwalt dadurch erwachsen. Der Mann erschien am Montag nicht vor Gericht, weil er sich in stationärer Behandlung im AKH Wien befindet. Der 60-Jährige verzichtet laut seinem Verteidiger auf die Anwesenheit beim Prozess und bekennt sich nicht schuldig. Das Verfahren wird nicht ausgeschieden.

Der Rechtsanwalt des Hauptbeschuldigten sprach davon, dass sein Mandant der „bestdurchleuchtete Geschäftsführer in Österreich in den letzten 20 Jahren sei“ und sich nie etwas zuschulden kommen habe lassen. Er verwies auf die bereits sehr lange Verfahrensdauer und meinte, dass die Vorwürfe nicht stimmen würden.

Die 2004 gegründete VAI wurde 2015 in Vienna Airport Technik GmbH umfirmiert. Sie ist eine einhundertprozentige Tochter der Flughafen Wien AG.




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