Letztes Update am Mo, 05.11.2018 13:25

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Trump und Obama auf Mobilisierungsmission vor Kongresswahl



Washington (APA/Reuters) - Kurz vor den Kongresswahlen in den USA haben sich Präsident Donald Trump und sein Vorgänger Barack Obama ein Fernduell um die Gunst der Wähler für ihre Parteien geliefert. Zwar stehen weder Trump noch Obama am Dienstag selbst zur Wahl.

Sie hoffen aber, mit ihren Wahlkampfauftritten dank ihrer Bekanntheit Anhänger und Unentschiedene auf der Zielgeraden zu mobilisieren, um den Kandidaten ihrer Parteien zum Erfolg zu verhelfen. Trump warnte vor verheerenden Folgen für die Wirtschaft und einem Einwanderer-Zustrom, sollten die Demokraten seinen Republikanern die Mehrheiten in den beiden Kongresskammern abjagen. Obama machte die Republikaner und Trump - ohne ihn beim Namen zu nennen - für eine von Lügen getriebene Politik verantwortlich, die das Land spalte.

„Diese Wahl wird entscheiden, ob wir auf diesem außergewöhnlichen Wohlstand, den wir geschaffen haben, aufbauen“, rief Trump Anhängern in Georgia zu. Er warnte, die Demokraten würden der US-Wirtschaft „eine riesige Abrissbirne bringen“. Außerdem müssten die Amerikaner sich vor einem linken „Mob“ in Acht nehmen und vor dem Migranten-Trek, der sich von Zentralamerika aus der US-mexikanischen Grenze nähere. „Guckt, was da anmarschiert - das ist eine Invasion.“

Obama schwor seine Zuhörer dagegen auf die Demokraten ein: „Die einzigen, die das Benehmen dieser Republikaner derzeit in Schach halten, seid ihr und eure Stimme“, rief er auf einer Veranstaltung in Indiana, wo sein Parteifreund Joe Donnelly um seine Wiederwahl als Senator zittern muss. „Der Charakter unseres Landes steht auf dem Stimmzettel.“

Umfragen zufolge haben die Demokraten gute Chancen, die Mehrheit im Repräsentantenhaus zu erobern, nicht aber im Senat. Allein der Verlust einer Kongresskammer reicht jedoch aus, dass Trump künftig deutlich größere Probleme haben würde, seine Politik durchzusetzen.

Die Kongresswahlen gelten als Votum über Trumps bisherige Amtszeit. Es zeichnet sich eine hohe Beteiligung ab. Bis Sonntagmorgen haben nach Berechnungen der Universität von Florida bereits 34,4 Millionen Wähler die Möglichkeit genutzt, ihre Stimme früher abzugeben. Das sind über zwei Drittel mehr als 2014, den letzten „midterms“, also den Kongresswahlen, die zwischen der alle vier Jahre stattfindenden Präsidentschaftswahl abgehalten werden.




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