Letztes Update am Mo, 05.11.2018 14:05

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Deutscher Finanzminister behält Kampf gegen Cum-Ex-Tricks im Visier



Brüssel (APA/Reuters) - Der deutsche Finanzminister Olaf Scholz will in Deutschland und auf europäischer Ebene erneute Versuche von Dividenden-Steuertricks („Cum-Ex“) verhindern. In Deutschland seien seit einiger Zeit zwar gesetzliche Vorkehrungen dagegen getroffen worden, sagte Scholz am Montag in Brüssel zu Reuters.

„Jetzt kommt es darauf an zu verhindern, dass nicht neuerliche Versuche der aggressiven, grenzüberschreitenden Steuerbetrügereien erfolgen“, meinte Scholz. Er habe sein Haus deshalb angewiesen, jeglichen neuen Hinweisen auf solche Geschäfte nachzugehen.

Gleichzeitig müssten die europäischen Staaten die Möglichkeiten für eine vertiefte Zusammenarbeit ausloten.

„Es ist gut, wenn wir auch auf EU-Ebene miteinander besprechen, wie gut der Informationsaustausch untereinander ist und ob wir ihn an Stellen noch verbessern müssen“, sagte der SPD-Politiker.

Scholz kommt am Montag und Dienstag mit seinen europäischen Ressortkollegen in Brüssel zusammen. Auch wenn die Cum-Ex-Geschäfte nicht auf der Agenda stehen, dürfte das Thema angesprochen werden. „Unser gemeinsames Ziel muss es sein, solche Steuertricks zu unterbinden“, sagte er.

Bei „Cum-Ex“ ließen sich Anleger die einmal gezahlte Kapitalertragsteuer mit Hilfe ihrer Bank mindestens zwei Mal erstatten. Dadurch sind dem Fiskus in Deutschland nach Angaben des deutschen Finanzministeriums mehr als fünf Milliarden Euro entgangen, bevor die Gesetzeslücke 2012 geschlossen wurde. Europaweit summiert sich der Schaden auf über 55 Mrd. Euro, wenn man weitere undurchsichtige Steuerkonstruktionen hinzu zählt.




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