Letztes Update am Mo, 05.11.2018 16:23

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Ex-Geschäftsführer 2 - Weiterführung vor Jugendsenat beantragt



Korneuburg (APA) - Im Prozess um den ehemaligen Geschäftsführer einer Flughafen-Wien-Tochter ist am Montagnachmittag von der Verteidigung die Weiterführung vor dem Jugendsenat beantragt worden. Begründet wurde dies damit, dass dem Sechstangeklagten Delikte vorgeworfen werden, die er zu einem Zeitpunkt begangen haben soll, in dem er noch nicht 18 Jahre alt war. Die Verhandlung wurde ohne Entscheidung vertagt.

Die für die kommenden Wochen anberaumten Prozesstermine entfallen vorerst. Die Verhandlung hätte am Mittwoch fortgesetzt werden sollen. Die Weiterführung vor dem Jugendsenat wurde beantragt, nachdem der nunmehr 31-jährige Sechstangeklagte einvernommen worden war. Hauptthema dabei war eine Leiharbeiterfirma, hinter der der 2013 verstorbene technische Leiter der Vienna Airport Infrastruktur Maintenance GmbH (VAI) gestanden sein soll.

Der Sechstangeklagte ist der Sohn des VAI-Technikleiters und war nach eigenen Angaben vor seinem 18. Geburtstag bereits Gesellschafter sowie Konsulent der Personalleasingfirma. Seine Hauptaufgabe sei es gewesen, Lohnverrechnungs-Unterlagen, die er von seinem Vater bekommen habe, zu seinem Onkel - dem Geschäftsführer des Unternehmens - zu bringen, sagte der 31-Jährige. Sein Vater habe ihm gesagt, was er machen müsse, er habe ihm vertraut, „was im Nachhinein ein Fehler war“. Er hätte „mehr Sachen hinterfragen müssen“.

Davor war der ehemalige Geschäftsführer der Personalleasingfirma und Onkel des Sechstangeklagten befragt worden. Der 73-Jährige hatte angegeben, nur Administratives verrichtet zu haben. Mit dem operativen Geschäft habe er „gar nichts“ zu tun gehabt und es auch „nicht verstanden“. Rund 30 Leiharbeiter seien beschäftigt worden, die Höhe von Umsatz und Gewinn hätten ihn nie interessiert. Der 73-Jährige hatte sich am Vormittag, wie alle anderen sieben Angeklagten, nicht schuldig bekannt.




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