Letztes Update am Mo, 05.11.2018 17:01

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Swift kappt iranischen Banken Zugang zum Zahlungsverkehrssystem



Brüssel (APA/dpa/AFP) - Die Zahlungsverkehrsorganisation Swift hat wegen der neuen US-Sanktionen gegen den Iran bestimmten iranischen Banken den Zugang zu seinem Datenaustausch-System gesperrt. Der Schritt sei bedauerlich, aber im Interesse der Stabilität und Integrität des globalen Finanzsystems unternommen worden, teilte Swift am Montag mit. Ziel bleibe es, ein globaler neutraler Anbieter zu bleiben.

Auf die Frage, welche iranischen Banken konkret betroffen sind, wollte sich eine Sprecherin nicht äußern. Am Freitag hatte US-Finanzminister Steven Mnuchin angekündigt, dass seine Regierung auf den Ausschluss des Iran aus dem internationalen Zahlungsverkehrssystem Swift dringen wolle. Die EU wollte den Iran eigentlich im Swift-System halten.

Swift wickelt für über 11.000 Finanzinstitute in mehr als 200 Ländern weltweit Nachrichten und Finanztransaktionen über gesicherte Netze ab. Wenn Banken Swift nicht mehr nutzen können, kann dies fatale Folgen für ihre Geschäfte haben, weil sie damit quasi vom globalen Finanzsystem ausgeschlossen werden.

Die zusätzlichen US-Sanktionen traten am Montag um 6.00 Uhr (MEZ) in Kraft und sollen vor allem die Ölindustrie, den Finanzsektor sowie den Hafenverkehr des Irans lähmen. Damit wollen die USA den Iran zwingen, das Atomabkommen von 2015 neu zu verhandeln, militärisch im Raketenbereich abzurüsten und seinen Einfluss in Ländern wie Syrien und dem Libanon aufzugeben.




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