Letztes Update am Mo, 05.11.2018 22:25

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


1918/2018 - FPÖ feierte 100 Jahre Republik und sich selbst



Wien (APA) - Die FPÖ hat am Montagabend mit einem Festakt im Wiener Palais Ferstel den 100. Jahrestag der Errichtung der Republik am 12. November 1918 gefeiert. Dabei wurde insbesondere der Beitrag des Dritten Lagers für die Republik Österreich sowie die Arbeit der aktuellen freiheitlichen Regierungsmannschaft hervorgehoben.

Zu Beginn der Veranstaltung unter dem Motto „1918 - 2018. 100 Jahre Republik - FPÖ in der Regierung“ im gut gefüllten Festsaal des noblen Innenstadt-Palais erklärte der ehemalige freiheitliche EU-Mandatar und Rechtsaußen der Partei Andreas Mölzer, dass der Beitrag des Dritten Lagers zur Republik oftmals zu wenig gewürdigt werde. Betrachte man die bisherigen Äußerungen in Rahmen des Gedenkjahrs, könne man den Eindruck bekommen, es gäbe das Dritte Lager nicht, so der Befund des Herausgebers der FPÖ-nahen Zeitschrift „Zur Zeit“.

Dabei sei es mit dem damaligen Präsidenten der provisorischen Nationalversammlung Franz Dinghofer gerade einer aus diesem Lager gewesen, der am 12. November 1918 von der Rampe des Parlaments aus die Republik Deutschösterreich ausgerufen hatte, erinnerte Mölzer. Und auch danach habe das freiheitliche Lager die Entwicklung Österreichs entscheidend geprägt. Der altgediente Parteikenner verwies auf zahlreiche freiheitliche Parteigrößen, u.a. auf die ehemaligen FPÖ-Chefs Norbert Steger und Jörg Haider, aber auch auf den ersten FPÖ-Obmann (und ehemaligen Unterstaatssekretär der NS-Regierung) Anton Reinthaller.

Die beiden Festredner, Klubobmann Walter Rosenkranz und Parteichef und Vizekanzler Heinz-Christian Strache, legten den Schwerpunkt ihrer Reden auf die Gegenwart. Die aktuelle Regierungsbeteiligung der FPÖ stehe „im Mittelpunkt des heutigen Festaktes“, sagte Rosenkranz. „Seit wir in der Bundesregierung sind, herrscht ein Klima des Aufbruchs“, so der Klubchef, der auch in Vertretung des erkrankten Innenministers Herbert Kickl sprach.

Auch Strache betonte zu Beginn seiner einstündigen Rede, es komme zu kurz, dass das Dritte Lager maßgeblich an der Entstehung der Ersten Republik beteiligt gewesen sei. „Wir sind von Beginn an und auch danach ein ganz wesentlicher staatspolitischer Faktor gewesen“, so Strache. Der Vizekanzler blickte in seiner Rede zurück auf die Gräuel des Zweiten Weltkriegs und der Shoa, würdigte die Vorgängergeneration für den Wiederaufbau und erwähnte einmal mehr das erst im heurigen Herbst auf seine Mit-Initiative privat errichtete „Trümmerfrauen“-Denkmal auf der Wiener Mölker Bastei.

Dem Großteil seines Vortrags widmete aber auch Strache der aktuellen Regierungsbeteiligung seiner Partei. Die FPÖ habe sich - nach 2000 - erneut der Verantwortung gestellt, diesmal aber sei er als Parteichef „selbst vorangegangen“ und man habe als FPÖ Sorge dafür getragen, „dass das Regierungsprogramm eine ganz klare freiheitliche Handschrift trägt“, nämlich zu 75 Prozent, rechnete der FPÖ-Chef vor.

„Wir sind die Kraft der Erneuerung, der Motor der Regierung. Ohne uns Freiheitliche in der Bundesregierung wären viele Umsetzungen und Erneuerungen nicht möglich“, so Strache - denn bei einer Fortsetzung von Rot-Schwarz „wäre das alles nicht möglich gewesen“, blickte er auf die Themen Sicherheit, Soziales, aber auch Steuerentlastungen und das Credo, keine neuen Schulden zu machen. Gleichzeitig lobte er einmal mehr den kollegialen und respektvollen Umgang mit der „neuen ÖVP“.

Breiten Raum gab Strache den Themen Migration und Sicherheit, aber vor allem der Ablehnung des UNO-Migrationspaktes, zu dem er gute zehn Minuten referierte. „Wir Freiheitliche haben hier eine Vorreiterrolle in der Bundesregierung, aber auch in Europa eingenommen“, verwies er auf Überlegungen mehrerer Staaten, den Pakt ebenfalls nicht zu unterstützen.

Von 23 Punkten des Paktes seien sechs positiv gewesen, die übrigen 17 seien „inhaltlich klar abzulehnen“ gewesen, begründete er das Nein. „Wir unterstützten diese Inhalte nicht, deswegen unterschreiben wir sie auch nicht“, sagte er unter Applaus der Zuhörer.

Abgeschlossen wurde die Veranstaltung mit dem Abspielen der Österreichischen Bundeshymne, zum Abschied durften sich die Gäste über ein Exemplar des vom Freiheitlichen Bildungsinstituts herausgegebenen Werks „Res Publica. Österreichs Freiheitliche und ihre Republik“ freuen.

~ WEB http://www.fpoe.at ~ APA491 2018-11-05/22:22




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