Letztes Update am Di, 06.11.2018 09:01

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


15. Wiener Klezmore Festival startet am Samstag



Wien (APA) - Mit einem Konzert des israelischen Di Gasn Trio startet am Samstag (10. November) im Vindobona die 15. Auflage des Wiener Klezmore Festivals. Die „Indie-Folk Akustik-Band“ (Selbstbeschreibung), die sich nicht nur von ost- und südosteuropäischen Musiktraditionen, sondern auch von Klassik, arabischer Musik und Jazz inspirieren lässt, eröffnet einen 16-tägigen Veranstaltungsreigen.

Als sich mit jüdischer Kultur auseinandersetzendes Festival gegründet, umfasst das mittlerweile auch nach Bratislava ausgeweitete Kulturfest nach eineinhalb Jahrzehnten viele Genres (Konzerte, Lesungen, Vorträge, Diskussionen und Filme), Schauplätze (vom Café Mocca und dem Ehrbar Saal bis zum Filmhaus Kino Spittelberg und der Kirche am Gaußplatz) und kulturelle Bezüge, die dem offenen Dialog und dem respektvollen Umgang in einer multikulturellen Metropole des 21. Jahrhunderts Rechnung tragen.

Aber natürlich ist auch immer wieder Klezmer drin, wo Klezmer draufsteht. Etwa beim morgigen Previewkonzert im Theater Akzent, bei dem die aus fünf Nationen stammenden Mitglieder des Vienna Klezmore Orchestra aufspielen, oder bei der „Eröffnungsgala 2“ am Sonntag im Porgy & Bess, wo das steirische Moritz Weiß Klezmer Trio auf die aus Riga stammende, in Berlin lebende Sängerin Sasha Lurje und ihre neuen Formation Di Zaftige Kapelye treffen wird. Angekündigt sind u.a. auch Kroke, „die Meister des zeitgenössischen polnischen Klezmers“ (15.11., Sargfabrik) oder die Amsterdam Klezmer Band (18.11., Metropol).

Nicht nur die Eröffnung, auch die Abschlussgala gibt es gleich doppelt: Am 24. November im Reigen, wo Sveta Kundish in einem Erzählkonzert von der Geschichte ihrer Familie berichtet, die sich aus einem ukrainischen Stetl kommend in Israel ansiedelte, sowie am 25. November im Metropol, wo das Semer Ensemble die Musik eines Berliner Labels der 1930er-Jahre in Heute holt. Die Gruppe will zeigen, dass „jiddische Tradition nicht mit Schtetl-Romantik, Kitsch oder der Identifikation mit den Opfern gleichzusetzen ist“ und sieht ihr Konzert als „eine Hommage an das Label und seine Künstler, nicht nur um die Erinnerung an sie zu erhalten, sondern um sie heute zu feiern und fortzusetzen, wofür sie mit ihrem Leben und ihrer Musik standen“, wie es in der Ankündigung heißt. Ein Motto, das wohl auf das ganze Festival zutrifft.

(S E R V I C E - 15. KlezMORE Festival Vienna, 10.-25.11., Übertragbarer Festivalpass für fünf Veranstaltungen freier Wahl: 99 Euro. Programminfo und Karten: 0676 / 512 91 04, www.klezmore-vienna.at)

(B I L D A V I S O – Pressebilder stehen unter http://www.gamuekl.org/festival/klez/more.htm zum Download bereit.)




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