Letztes Update am Di, 06.11.2018 09:52

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Damit man nicht alles durcheinanderbringt: Hirnzellen hemmen Nachbarn



Klosterneuburg/Wien (APA) - Ähnliche Ereignisse sollte man nicht verwechseln, zum Beispiel ob man in den Flitterwochen oder auf Dienstreise in Venedig war. Dafür sorgt die „Mustertrennung“ im Gehirn. Sie wird durch spezielle Nervenzellen gewährleistet, die ihre Nachbarn hemmen und dadurch wohl einzelnen Zellen Exklusivrechte zukommen lassen, berichten österreichische Forscher im Fachjournal „Nature Communications“.

Das Team um Peter Jonas vom Institute of Science and Technology (IST) Austria in Klosterneuburg (NÖ) erkundete bei Mäusen die Schaltkreise in der für die Mustertrennung zuständigen Hirnregion, dem „Gyrus dentatus“. Sie stimulierten eine Nervenzelle (Neuron) und zeichneten auf, wie sieben andere reagierten. Dabei fanden sie heraus, dass sogenannte „Parvalbumin-exprimierende Interneuronen“ dort hauptsächlich die Aktivität benachbarter Neuronen hemmen, was sie andernorts nicht tun. In der Großhirnrinde etwa seien sie nicht auf diese Art und Weise verdrahtet.

Die Mustertrennung würde den Wissenschaftern zufolge am ehesten durch einen Mechanismus funktionieren, den man als „der Gewinner nimmt alles“ beschreiben könnte, meinen die Gehirnforscher. Nachdem die ähnlichen Erinnerungen im „Gyrus dentatus“ sauber getrennt wurden, um Überschneidungen zu vermeiden, speichert sie das Hirn einzeln in der sogenannten CA3-Region.

(S E R V I C E - Internet: http://dx.doi.org/10.1038/s41467-018-06899-3)




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