Letztes Update am Di, 06.11.2018 11:42

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Rapper Valtonyc: Belgisches Gericht bittet EuGH um Rat



Gent/Madrid (APA/dpa) - Der in Spanien wegen Verherrlichung von Terror verurteilte Rapper Valtònyc kann wohl vorerst in Belgien bleiben. Das mit seiner Auslieferung befasste Berufungsgericht in Gent entschied am Dienstag noch nicht über den Fall des 24-jährigen Musikers, sondern erbat zunächst Rat vom Europäischen Gerichtshof, so die Nachrichtenagentur Belga. Die EuGH-Entscheidung dürfte Monate dauern.

Der aus Mallorca stammende Rap-Musiker mit dem bürgerlichen Namen Josep Miquel Arenas war 2017 wegen seiner Texte in Spanien zu dreieinhalb Jahren Haft verurteilt worden. Im Februar bestätigte das Oberste Gericht in Spanien das Urteil. Vor Haftantritt floh der Musiker nach Belgien.

Im September entschied dort ein Gericht gegen die von Spanien beantragte Auslieferung, weil die Vorwürfe in Belgien so nicht strafbar seien. Die belgische Staatsanwaltschaft legte Widerspruch und brachte das Verfahren vor die nächste Instanz. Das Berufungsgericht bat nun vorab den EuGH um eine Bewertung der Strafe in Bezug auf die geahndeten Delikte.

Dem Musiker wird in Spanien vorgeworfen, in seinen Texten Politiker mit dem Tod bedroht, Terrorismus verherrlicht sowie das Königshaus beleidigt zu haben. Seine Verurteilung löste auf Mallorca und in anderen Regionen Spaniens Proteste und Solidaritätsbekundungen für den Rapper aus.

In seinen Liedern hatte er unter anderem zur bewaffneten Besetzung des Marivent-Palastes in Palma de Mallorca aufgerufen, in dem die Königsfamilie ihren Sommerurlaub verbringt. Arenas verteidigte sich damit, dass die Sprache des Raps „extrem, provozierend, allegorisch und symbolisch“ sei.




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