Letztes Update am Di, 06.11.2018 11:42

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Nach Unwettern - Touristiker in Belluno ringen um Start der Skisaison



Belluno (APA) - Nach den Unwettern der vergangenen Tage kämpfen die Touristiker im schwer beschädigten Dolomiten-Raum von Belluno um den planmäßigen Start der Skisaison am 8. Dezember. „Wir arbeiten Tag und Nacht. Wir können es uns nicht erlauben, den Saisonbeginn zu verfehlen“, berichtete Walter De Cassan, Präsident des Hotelierverbands von Belluno, im Gespräch mit der APA.

Nach heftigen Niederschlägen und Windstürmen bei einer Geschwindigkeit von 250 Stundenkilometern seien ganze Dörfer nicht mehr wiederzuerkennen. „Unzählige Hektar Wald sind zerstört. Die Skipisten sind voller Geröll und Baumstämme, die schnell entfernt werden müssen. Die Dächer mehrerer Hotels und Ferienwohnungen sind weggerissen worden“, schilderte De Cassan. Besonders problematisch sei, dass viele Gemeinden noch ohne Strom- und Wasser auskommen müssen, da die Leitungen durch den starken Sturm in Mitleidenschaft gezogen wurden.

Die Schäden bewegen sich laut De Cassan in Millionenhöhe. Er selber besitzt ein Hotel unweit des Falzarego-Passes, das mit viel Glück fast verschont worden ist. „Es war ein Wunder. Mein Hotel hat keine Schäden davongetragen, doch der Wald drumherum ist zerstört“, sagte der Hotelier. Die Stimmung unter den Kollegen sei trüb. „Die Erinnerung an die Angst, die wir hier durchgestanden haben, ist noch stark. Wir haben Augenblicke des Schreckens erlebt. Wir haben auch Glück gehabt, dass der Sturm vor allem nachts besonders stark getobt hat. Hätte sich all dies tagsüber ereignet, hätten wir noch mehr Tote zu beklagen“, sagte De Cassan.

Der Hotelier appellierte an die Touristen, nach Ende der Notstandsphase die Provinz Belluno wieder zu besuchen. „Die Dolomiten haben hier zwar schlimme Wunden erlitten, sie sind aber immer noch die schönsten Berge der Welt. Wir werden alles tun, damit diese Wunden so rasch wie möglich heilen“, meinte De Cassan zuversichtlich. Die Naturkatastrophe sei eine Gelegenheit, noch besser ausgerüstet in die neue Saison zu starten. „Die Erfahrung lehrt, dass Katastrophen auch ein Anfang sein können. Wir sind zähe Bergleute und wir werden den Neustart schafften.“

Nicht nur die Gegend um die Stadt Belluno hat Schäden erlitten. Nach den Unwettern erreichten Tonnen von Baustämmen über die Flüsse die Küsten. Ganze Strände im Raum von Jesolo wurden schwer beschädigt. Betroffen ist auch der Raum um den Gardasee. Hier sei jedoch die Lage weniger kritisch als in den Bergen. „Wir Hoteliers am Meer haben mehr Zeit, um uns auf die Sommersaison vorzubereiten. Wir bemühen uns jedenfalls, die Schäden so rasch wie möglich zu beseitigen“, versicherte Marco Michelli, Präsident des Touristikverbands der Region Venetien.




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