Letztes Update am Di, 06.11.2018 11:51

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


UNO: Rekordhoch an Gewalt während Parlamentswahl in Afghanistan



Kabul (APA/dpa) - Bei der Parlamentswahl in Afghanistan vor rund drei Wochen sind mindestens 56 Zivilisten getötet und weitere 379 Menschen verwundet worden. Das geht aus einem am Dienstag veröffentlichten Sonderbericht der UN-Mission in Afghanistan (UNA) hervor. Das Niveau der Gewalt bei der Wahl sei höher als bei den vorangegangenen vier Wahlen in Afghanistan gewesen.

Der Großteil der 108 von der UN überprüften Angriffe sei von den radikalislamischen Taliban ausgegangen, heißt es in dem Bericht. Diese hätten überwiegend Raketen, Granaten oder Mörser sowie Bomben verwendet. Mehr als ein Drittel der Opfer habe es beim Beschuss von Wahllokalen und anderen zivilen Gebieten gegeben. Rund ein Fünftel der Opfer wurden durch in der Nähe von Wahllokalen platzierte Bomben getötet oder verletzt. Unter den Toten seien mindestens 23 Kinder.

8,8 Millionen Afghanen waren am 20. Oktober dazu aufgerufen, ein neues Parlament zu wählen. Aufgrund massiver organisatorischer Schwierigkeiten wurde die Wahl in mehr als 400 Wahllokalen um einen Tag verlängert. Am 27. Oktober wurde in der Provinz Kandahar abgestimmt, nachdem die Wahl dort nach der Ermordung des Polizeichefs von Kabul zwei Tage vor dem geplanten Termin verschoben worden war. Mit ersten vorläufigen Ergebnissen der Parlamentswahl wird erst Ende November gerechnet.

~ WEB http://www.un.org/en/ ~ APA205 2018-11-06/11:47




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