Letztes Update am Di, 06.11.2018 12:16

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


EHL: Am Wiener Wohnungsmarkt bleibt Nachfragedruck aufrecht



Wien (APA) - Am Wiener Wohnungsmarkt bleibt - wegen des Bevölkerungswachstums - der Nachfragedruck bestehen. Trotzdem wachsen, außer bei Erstbezugswohnungen, die Preise nicht in den Himmel. Obwohl das Angebot kontinuierlich steige, reiche das nicht aus, um die in den Vorjahren aufgebaute Angebotslücke zu schließen, erklärte der Immo-Consulter EHL am Dienstag.

Die Periode der großen Preissprünge am Wiener Wohnungsmarkt scheine zumindest derzeit beendet. Das nun eher ausgewogene Verhältnis zwischen Angebot und Nachfrage lasse nur mehr Preis- und Mietanstiege in etwa im Bereich der Inflationsrate zu. Die Mieten hätten im Jahresabstand rund 1,9 Prozent zugelegt, Eigentumswohnungspreise um 2,7 Prozent. Bei Erstbezugswohnungen betrage der Preisanstieg wegen der angewachsenen Baukosten aber 5,1 Prozent.

In den ersten drei Quartalen seien heuer in Wien circa 6.900 Wohnungen fertiggestellt worden, um 4,1 Prozent mehr als im gleichen Vorjahreszeitraum. Andererseits sei die Wohnbevölkerung per 1. Jänner 2018 innerhalb eines Jahres um rund 22.000 Personen angestiegen, was bei 2,2 Personen pro Haushalt einem Bedarf von zusätzlich 10.000 Wohnungen entspreche.

Im unteren und mittleren Marktsegment sorge der Nachfragedruck weiter für eine in fast allen Fällen rasche und problemlose Vermarktung, etwas länger dauere die Verwertung in der gehobenen Preisklasse. Bei Wohnungen knapp unterhalb des echten Luxussegments hätten Käufer wegen des großen Angebots heute eine äußerst gute Verhandlungsposition. Die neue Wiener Bauordnung mit verschärften Abbruchbestimmungen für Gründerzeithäuser werde für noch größere Hürden für den Wohnungsneubau in zentralen Lagen sorgen und in dem Marktsegment zu einer weiteren Angebotsverknappung führen.

Der Wiener Vorsorgewohnungsmarkt verzeichnete lauf EHL ein starkes erstes Halbjahr - wenngleich das Volumen unter dem sehr expansiven Jahr 2017 zurückblieb. Damals wuchs die Zahl der umsatzversteuerten Vorsorgewohnungs-Transaktionen in Wien um 71 Prozent auf 950, heuer gab es bis Juni 354 Deals. Das investierte Volumen, das im Gesamtjahr 2017 um 56 Prozent auf 198 Mio. Euro zulegte, betrug heuer bis Juni 76,5 Mio. Euro. Nachfrage und Kaufbereitschaft seien ungebrochen hoch, doch würden zahlreiche Großprojekte nun als Gesamtinvestment an institutionelle und zahlungskräftige private Investoren verkauft und von Projektentwicklern in den eigenen Bestand übernommen. Damit stünden sie als Vorsorgewohnungen nicht mehr zur Verfügung, so EHL. Die durchschnittlichen Kaufpreise in dem Segment lagen heuer bis Juni bei 4.072 Euro/m2, im Gesamtjahr 2017 waren es 3.999 Euro. Pro Wohnung lagen die Kaufpreise im Schnitt heuer bei 216.170 Euro, nach 208.569 Euro im Vorjahr. Mittlerweile spielen die Bezirke außerhalb des Gürtels die dominierende Rolle, eine hervorragende Verkehrsanbindung hat eine möglichst zentrale Lage als wichtigstes Qualitätskriterium abgelöst.




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