Letztes Update am Di, 06.11.2018 12:26

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Toyota hängte im dritten Quartal die Konkurrenz ab



Tokio/Hamburg (APA/Reuters) - Toyota erweist sich in Krisenzeiten als robuster als mancher Konkurrent und hebt seine Gewinnziele an. Der japanische Autobauer steigerte den Betriebsgewinn im dritten Quartal um 11 Prozent auf umgerechnet rund 4,5 Mrd. Euro (579,1 Mrd. Yen), wie der Konzern am Dienstag mitteilte.

Anders als die deutschen Konkurrenten Daimler und BMW, die ihre Gewinnerwartungen gedämpft haben, hob Toyota seine Prognose um gut vier Prozent an. Beflügelt wird der nach Volkswagen und der französisch-asiatischen Allianz aus Renault, Nissan und Mitsubishi weltweit drittgrößte Autobauer vom schwachen Yen, der die Exporte antreibt.

Für das im März endende Geschäftsjahr rechnet Toyota nun mit einem Betriebsgewinn von umgerechnet knapp 18,6 Milliarden Euro. Das ist etwa so viel wie der Konzern im Vorjahr erreicht hat. Toyota profitiert von guten Geschäften in China und Europa. Während sich amerikanische und europäische Konkurrenten wegen der Folgen des Handelsstreits mit den USA auf dem weltgrößten Automarkt schwertun, trumpfte Toyota dort in seinem zweiten Geschäftsquartal mit einem Absatzplus von 20 Prozent auf.

Toyota begründet dies mit Erfolgen des eigenen Marketings, womit meist Rabatte gemeint sind. Allerdings ging dies - wie sonst oft - nicht zulasten der Ertragskraft. Die Rendite im Autogeschäft kletterte auf 7,1 (Vorjahr 6,6) Prozent. Damit kann es der japanische Massenhersteller bei der Marge mit manchem Premiumhersteller aufnehmen. Daimlers Marge etwa lag nach neun Monaten bei 7,9 Prozent. Toyotas direkter Konkurrent Volkswagen musste wegen der Probleme bei der Einführung des neuen Abgasmesszyklus einen Rückgang seiner Marge auf 6,4 (7,9) Prozent verschmerzen.

Nach Ansicht des Auto-Analysten Jürgen Pieper vom Bankhaus Metzler sticht Toyota durch seine Ertragskraft hervor. Der Konzern habe das Rennen um die Krone als weltgrößter Hersteller schon vor einiger Zeit aufgegeben und achte mehr auf den Gewinn als auf Stückzahlen. Die Effizienz werde ständig gesteigert. „Toyota bestätigt immer wieder, dass sie nach der Qualität der Produkte, ihrer Strategie und dem Management die Nummer eins im Autogeschäft sind.“ Der einzige Hersteller, der mithalten könne, sei Volkswagen. VW hatte trotz zahlreicher Probleme im dritten Quartal als einziger großer Hersteller seine Gewinnziele nicht korrigieren müssen. „In einem Krisenjahr trennt sich die Spreu vom Weizen. Toyota ist eindeutig der Weizen“, sagte Pieper.

Andere Analysten verweisen darauf, dass Toyota seine Gewinnziele zu Jahresanfang in der Regel vorsichtig formuliert und danach - je nach Geschäftsverlauf - in den Folgequartalen anhebt, um positiv zu überraschen. Frank Schwope von der NordLB hebt hervor, dass Toyota beim Absatz weltweit schwächle. Auf dem für die Japaner wichtigen Markt in Nordamerika etwa seien die Verkäufe gesunken. Auch auf seinem Heimatmarkt Japan sei der Absatz zurückgegangen. „Es ist nicht alles Gold, was glänzt bei Toyota“, sagte Schwope. Andere Konzerne wie Renault-Nissan und Volkswagen wüchsen stärker.

~ ISIN JP3633400001 WEB http://www.toyota.com/ ~ APA231 2018-11-06/12:22




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