Letztes Update am Di, 06.11.2018 12:56

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Iran-Sanktionen - Heimische Firmen in Warteposition



Wien (APA) - Nach den verschärften Wirtschaftssanktionen gegen den Iran befinden sich mehrere österreichische Firmen in einer Art Warteposition. Ein beinahe fertiggestelltes Gondelprojekt des Vorarlberger Seilbahnherstellers Doppelmayr für die Universität in Teheran liegt nun auf Eis. „Unsere Bankpartner transferieren kein Iran-Geld“, sagte Unternehmenssprecherin Julia Schwärzler auf APA-Anfrage.

Eigentlich fehlten nur noch Abschlussarbeiten für die kuppelbare Gondelbahn, die einzelne Campusgebäude miteinander verbinden soll. Nun sei aber unklar, wann diese durchgeführt werden können, so die Doppelmayr-Sprecherin.

Der börsennotierte Faltschachtel- und Kartonhersteller Mayr-Melnhof hat sogar einen Produktionsstandort in der iranischen Hauptstadt Teheran. Der Konzern produziert dort Verpackungen für Zigaretten, Pharmazeutika und Lebensmittel. „Die Auswirkungen bleiben abzuwarten. Auf der anderen Seite sind wir seit 2009 im Iran tätig. Wir kennen das“, sagte Unternehmenssprecher Stephan Sweerts-Sporck zur APA. Das Iran-Exposure mache einen kleinen Prozentanteil aus. Exporte in den Iran seien überhaupt kaum von Bedeutung für das Unternehmen.

Der steirische Technologiekonzern Andritz will sich „natürlich streng an die Sanktionsbestimmungen und die Regulatorien der Exportkontrolle“ halten, so das Unternehmen auf Nachfrage. Das Iran-Geschäft sei sehr gering und mache nur einen kleinen Bruchteil des Gesamtumsatzes aus. Vergangenes Jahr hat das Unternehmen etwa Ersatz- und Verschleißteile im Zellstoff- und Papierbereich, aber auch Pumpen zur Bewässerung und zum Wassertransport in den Iran geliefert.

Laut „Salzburger Nachrichten“ haben sowohl der Krankhersteller Palfinger als auch der Feuerwehrausstatter Rosenbauer aufgrund der aktuellen Lage ihre Pläne im Iran vorerst auf Eis gelegt. Der Mineralölkonzern OMV sagte am Montag auf Anfrage der APA, dass die Sanktionen gegen den Iran keine substanziellen Einflüsse auf ihr Geschäftsfeld hätten. Derzeit seien keine weiteren Aktivitäten in dem Land geplant. Die Oberbank kündigte bereits im Juni an, sich aus dem Iran zurückzuziehen.




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