Letztes Update am Di, 06.11.2018 13:11

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Aktivistin tot - ukrainischer Generalstaatsanwalt bietet Rücktritt an



Kiew (APA/dpa) - Nach dem gewaltsamen Tod einer Antikorruptions-Aktivistin hat der ukrainische Generalstaatsanwalt Juri Luzenko seinen Rücktritt angeboten. Das Parlament solle über seine Entlassung entscheiden, sagte der 53-Jährige am Dienstag in Kiew. Die Sicherheitsbehörden in der Ex-Sowjetrepublik Ukraine stehen in der Kritik, weil sie den Fall nur schleppend aufklären.

Jekaterina Gandsjuk, eine Beraterin des Bürgermeisters von Cherson, war am Sonntag ihren Verletzungen erlegen. Die 33-Jährige war Ende Juli vor ihrem Haus mit Schwefelsäure übergossen worden. Zwar wurden fünf Tatverdächtige festgenommen, ukrainische Veteranen der Kämpfe gegen die prorussischen Separatisten in der Ostukraine. Der Auftraggeber ist jedoch unbekannt.

„Alles, was ich Jekaterina Gandsjuk im Krankenhaus versprochen habe, habe ich getan und werde ich tun“, beteuerte Luzenko, der seit Mai 2016 Generalstaatsanwalt ist. Der frühere Finanzminister und Vertraute von Präsident Petro Poroschenko will 2019 in die Politik zurückkehren.

Vertreter der Europäischen Union, der USA und anderer westlicher Staaten fordern eine Aufklärung des Falls. Die Ukraine ist laut Einschätzung der Nichtregierungsorganisation Transparency International nach Russland das zweitkorrupteste Land Europas.




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