Letztes Update am Di, 06.11.2018 13:39

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Nach Tod von Mann vor dem Eingang - Wiener Spital in der Kritik



Wien (APA) - Das zur Vinzenz Gruppe zählende Krankenhaus Göttlicher Heiland in Wien-Hernals ist nach dem Tod eines Mannes, der am vergangenen Freitag nur wenige Meter vor dem Eingang des Spitals zusammengebrochen war, in die Kritik geraten. Eine Passantin hatte beim Portier des Spitals um Nothilfe ersucht, war aber zunächst an die Rettung verwiesen worden.

Während die Frau den Notruf „144“ wählte, habe der Portier den diensthabenden Arzt verständigt, wie es in Stellungnahmen des Krankenhauses von Montag und Dienstag hieß, nachdem in mehreren Medien über den Fall berichtet worden war. „Der verständigte Arzt ist dann auch sofort mit einer Kollegin aus dem Haus und zu dem Mann geeilt, um medizinische Hilfe zu leisten. Innerhalb kurzer Zeit haben er und seine Kollegin den Patienten aus dem Auto geborgen, Erste Hilfe geleistet und ihn auf der Straße reanimiert, bis der Rettungsdienst eingetroffen ist. Wir ersuchen bei aller verständlichen Kritik anzuerkennen, dass unsere Mitarbeiter innerhalb von rund 5 Minuten eine ärztliche Erstversorgung des Mannes ermöglicht haben. Nachdem sich die diensthabenden Ärzte auf den Stationen befinden, ist ein schnellerer Einsatz kaum möglich“, so das Krankenhaus.

Die Rettung brachte den Mann ins Wilhelminenspital, wo er starb. „Abschließend ist es uns auch wichtig zu betonen, dass Patienten mit akutem Herzinfarkt von der Rettung in jene Wiener Spitäler gebracht werden, die über spezielle Geräte für akute Herzinterventionen verfügen. In unserem Krankenhaus wird eine derartige Einrichtung ab dem kommenden Jahr zur Verfügung stehen“, betonte man im Göttlichen Heiland, auf dessen Homepage unter anderem damit geworben wird, „spezialisiert auf Gefäßmedizin und Herzerkrankungen“ zu sein. Das Krankenhaus kündigte an, den Fall genau analysieren zu wollen.

Patientenanwältin Sigrid Pilz sagte im „Kurier“ (Dienstagsausgabe), für Erste Hilfe gebe es keine Ausrede. „Die Passantin konnte also zurecht annehmen, dass man sich in einem Spital zuständig fühlen würde“, betonte sie. Pilz räumte aber auch ein, dass nicht immer das nächstgelegene Spital die optimale Versorgung eines Patienten gewährleiste.




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