Letztes Update am Di, 06.11.2018 15:48

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Dodik will neue Untersuchung von Srebrenica-Massaker



Sarajevo/Banja Luka (APA) - Milorad Dodik, der Anfang Oktober zum serbischen Vertreter in der dreiköpfigen Staatsführung Bosnien-Herzegowinas gewählt worden war, hat sich am Dienstag dafür eingesetzt, das Massaker von Srebrenica durch eine Sonderkommission erneut unter die Lupe zu nehmen.

Laut dem Internetportal „Klix.ba“ appellierte Dodik an die Bosniaken und internationale Experten, an der Arbeit einer solchen Kommission teilzunehmen. „Mit der Wahrheit werden wir besser leben“, sagte Dodik demnach. Der bosnisch-serbische Politiker hatte in der Vergangenheit den Völkermord von Srebrenica wiederholt geleugnet.

Wenige Wochen vor den allgemeinen Wahlen hatte Dodik im August das Parlament der kleineren Entität, der Republika Srpska, aufgefordert, die Geschehnisse von Srebrenica durch eine neue Kommission prüfen zu lassen. Aus seiner heutigen Aussage ist zu entnehmen, dass an dieser Kommission auch internationale Experten und Bosniaken teilnehmen sollen.

Eine bosnisch-serbische Regierungskommission hatte sich 2004 mit dem Massaker befasst und die Zahl der Todesopfer mit rund 7.800 beziffert. Auf die Kommission sei damals Druck seitens der internationalen Staatengemeinschaft und des damaligen Hohen Bosnien-Beauftragten, Paddy Ashdown, ausgeübt worden, erklärte Dodik im August.

Nach der Einnahme der UNO-Schutzzone Srebrenica im Juli 1995 wurden von bosnisch-serbischen Truppen in der Umgebung der ostbosnischen Kleinstadt rund 8.000 Männer und Buben ermordet. Ihre Leichen wurden später in vielen Massengräbern entdeckt. Der Internationale Gerichtshof (IGH) in Den Haag hatte das Massaker von Srebrenica 2007 als Völkermord eingestuft.




Kommentieren