Letztes Update am Di, 06.11.2018 21:27

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Knochen aus Vatikan-Grundstück sollen einer Frau gehören



Rom (APA) - Die Knochen, die in einem Nebengebäude der diplomatischen Vertretung des Vatikan in Rom entdeckt wurden, könnten einer Frau im Alter zwischen 25 und 35 Jahren gehören. „Wir warten noch auf die Ergebnisse der Laboruntersuchungen, doch der erste Eindruck, ist, dass es sich um die Überreste einer Frau und nicht eines Mädchens handelt“, so der Experte Giovanni Arcudi laut Medienangaben vom Dienstag.

Arcudi beteiligte sich als Gutachter des Vatikan an der Untersuchung der Knochenreste, die zwei verschiedenen Personen gehören könnten. Sollten die Untersuchungen bestätigen, dass die Knochen einer Frau gehören, könnte ausgeschlossen werden, dass es sich um die Reste der 1983 verschwundenen 15-jährigen Vatikanbürgerin Emanuela Orlandi handle. Um Orlandis Verschwinden ranken sich seit Jahrzehnten zahlreiche Spekulationen: Unter anderem wurde gemutmaßt, die Mafia, der Geheimdienst oder Organisationen, die den Papst töten wollten, könnten dahinterstecken.

Bisher gibt es weder gesicherte Kenntnisse über das mögliche Todesdatum der gestorbenen Person oder Personen, noch über das Geschlecht. Die Apostolische Nuntiatur bei der Republik Italien, auf deren Gelände die Knochenreste gefunden worden waren, befindet sich auf einem 22 Hektar großen ummauerten Parkgelände an der Via Po, das exterritoriales Gebiet des Vatikan ist.

Emanuela Orlandi, die vatikanische Staatsbürgerin war, war am 22. Juni 1983 nach dem Besuch einer Musikschule spurlos verschwunden. Um ihren Fall und den der kurz zuvor verschwundenen Mirella Gregori ranken sich zahlreiche Gerüchte und Vermutungen, in denen unter anderem anonyme Anrufe, die Mafia sowie östliche Geheimdienstkomplotte gegen Papst Johannes Paul II. (1978-2005) vorkommen. Bisher gibt es jedoch keine stichhaltigen Erklärungen zum Verbleib der beiden Mädchen.




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