Letztes Update am Mi, 07.11.2018 03:35

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


US-Kongresswahl - Viele enge Rennen deuten sich an



Washington (APA/dpa/AFP) - Bei den US-Kongresswahlen deutet sich auch drei Stunden nach dem Schließen der ersten Wahllokale eine lange Auszählungsnacht an. In vielen Wahlkreisen liegen zwischen den Kandidaten der beiden großen Parteien nur wenige Prozentpunkte. Die Wahlforschungsseite Fivethirtyeight hat die Siegeswahrscheinlichkeit der Demokraten für das Repräsentantenhaus zwar heruntergestuft, dennoch liegen sie vorne.

Im Repräsentantenhaus haben die Demokraten zunächst zwei Sitze erobert. Insgesamt müssten sie den Republikanern 23 Sitze abjagen, um sich die Mehrheit der 435 Abgeordneten zu sichern. Sollten sie die Mehrheit erreichen, könnten sie Trump das Regieren erschweren. In zahlreichen Wahlbezirken war der Ausgang noch unklar. Aus mehreren Teilen des Landes kamen Hinweise auf eine vergleichsweise hohe Wahlbeteiligung.

Die Chance, dass die Demokraten die Kontrolle im Haus übernehmen, liegt laut Fivethirtyeight bei knapp über 50 Prozent. Die Wahrscheinlichkeit, dass die Republikaner das Rennen im Senat machen, ist über 95 Prozent. Größere Überraschungssiege haben die US-Medien noch auf keiner Seite bestätigt.

Im Senat bräuchten die Demokraten zwei zusätzliche Siege, wenn es ihnen gleichzeitig gelingt, alle 26 eigenen Posten zu verteidigen. In Indiana deutete sich aber an, dass die Republikaner einen Senatorensitz von den Demokraten übernehmen. Die Republikanerin Marsha Blackburn gewann einen Senatssitz in Tennessee. Tennessee ist einer der Staaten, in denen den Demokraten Chancen eingeräumt worden waren, im Kampf um eine Mehrheit im Senat zu punkten. In West Virginia konnte der demokratische Amtsinhaber Joe Manchin seinen Sitz behalten. Eine Senatsmehrheit für die Demokraten zeichnete sich nach den ersten Ergebnissen jedoch eindeutig nicht ab.

Aus den Nachwahlbefragungen sind weitere Zahlen über junge Wähler veröffentlicht worden. Bei den 18- bis 29-Jährigen liegen demnach die Demokraten mit 37 Prozentpunkten Vorsprung vor den Republikanern, eine Steigerung im Vergleich zu den 22 Prozentpunkten Vorsprung, die Hillary Clinton 2016 einfahren konnte.

Zu den USA-weit bereits ausgerufenen Siegern zählen der parteilose Senator Bernie Sanders aus Vermont, der in aller Regel mit den Demokraten stimmt, die mögliche Präsidentschaftskandidatin Elizabeth Warren, sowie Hillary Clintons früherer Vizepräsidentschaftskandidat Tim Kaine. In Indiana übernimmt der Republikaner Greg Pence den Repräsentantenhaus-Sitz seines Bruders, Vizepräsident Mike Pence.

(Überblick)




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