Letztes Update am Mi, 07.11.2018 05:41

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


US-Kongresswahl: Republikaner und Demokraten teilen sich den Sieg



Washington (APA/dpa/Reuters) - Mehrere US-Medien berichten, dass die US-Kongresswahlen entschieden sind. NBC und Fox News erklärten auf der Grundlage von ersten Ergebnissen und Hochrechnungen die Demokraten zum Sieger im Rennen um das Repräsentantenhaus. Im Senat behalten dagegen die Republikaner laut CNN, ABC und Fox News die Mehrheit. Aktuell sieht es so aus, als könnten sie diese sogar um drei Sitze auf 53 ausbauen.

Die Demokraten gewinnen etwa 30 bis 40 Sitze im Repräsentantenhaus hinzu. Laut aktueller Prognose der „New York Times“ kommen sie auf 231 Sitze, die Republikaner erhalten 204 Sitze. Über alle Rennen hinweg werden sie laut dieser Vorhersage rund acht Prozentpunkte vor den Republikanern liegen.

Für die Demokraten ist es damit dennoch nicht zur erhofften „blauen Welle“ gekommen. Allerdings ermöglicht es ihnen diese Mehrheit im Repräsentantenhaus, viele Politikvorhaben der Republikaner zu blockieren.

Zu den bekannten Siegern aufseiten der Demokraten zählt unter anderem Alexandria Ocasio-Cortez aus New York. Die 29-Jährige wird die jüngste Frau sein, die je ins Repräsentantenhaus einzog. Auch einige mutmaßliche demokratische Präsidentschaftskandidaten gewannen, darunter Elizabeth Warren und Kirsten Gillibrand. Enttäuschend lief dagegen der Abend für den progressiven Flügel der Partei: Andrew Gillum konnte in Florida nicht wie vorhergesagt als Gouverneur siegen, und Beto O‘Rourke gelang kein Sensationssieg gegen Ted Cruz bei der Senatorenwahl in Texas.

Generell liegen die Ergebnisse auf Linie der vor der Wahl veröffentlichten Umfragen: Demokraten und Republikaner gewannen die Bezirke, die sie sicher gewinnen mussten, und jene Wahlkreise, die als tendenziell für die eine oder andere Seite eingestuft worden waren. Die „Toss Ups“ genannten unentschiedenen Bezirke teilen sich auf.

Die US-Aktienfutures gaben nach den Berichten über eine Sieg der Demokraten im Repräsentantenhaus einen Teil ihrer vorherigen Gewinne ab und lagen nur noch knapp im Plus. Die Börse in Tokio legte zunächst zu.

Bei der Wahl hatte sich von Anfang an eine vergleichsweise hohe Wahlbeteiligung abgezeichnet. Berichte über Probleme mit Wahlmaschinen wurden am Dienstag Bürgerrechtsgruppen zufolge zunächst aus zwölf Bundesstaaten gemeldet. In zwei Bundesstaaten reichten Anwälte von Bürgerrechtlern Klage ein, um eine Verlängerung der Wahlzeit in einigen Bezirken zu erwirken. Das Heimatschutzministerium erklärte, bedeutende Vorfälle seien zunächst nicht bekannt.

Eine Umfrage von Reuters und des Instituts Ipsos vom Wahltag zeigte die Spaltung in der amerikanischen Gesellschaft. Demnach unterstützen knapp vier von zehn Befragten Trump. Die Hälfte der Bürger ist der Meinung, dass sich das Land in die falsche Richtung bewegt. Die wichtigsten Themen seien für die US-Bürger Einwanderung, die Gesundheitsversorgung und die Wirtschaft.

In den USA werden auch die Wahlen auf Bundesebene von den Bundesstaaten organisiert. Alle zwei Jahre das ganze Repräsentantenhaus und ein Drittel des Senats neu gewählt. Parallel dazu fanden auch Abstimmungen und Volksbefragungen auf Länder- und Kommunalebene statt. Die nächste Präsidentschaftswahl findet 2020 statt. Trump darf dann für eine zweite und letzte vierjährige Amtszeit antreten.




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