Letztes Update am Mi, 07.11.2018 08:04

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Gewichtheben: Martirosjan bei WM mit Außenseiterchance im Reißen



Aschchabad (APA) - Sargis Martirosjan, der Europameister im Reißen, ist Österreichs einziger Beitrag bei den Weltmeisterschaften im Gewichtheben in Aschchbad (Turkmenistan). Der Weltverband (IWF) will nach zahlreichen Dopingskandalen ein neues Kapital aufschlagen und den Olympia-Status sicherstellen, der 32-jährige ÖGV-Athlet am Freitag den ersten Schritt in Richtung Tokio 2020 tun.

Nach der Neuordnung der Gewichtsklassen tritt Martirosjan (bisher Klasse bis 105 kg) in der 109-kg-Kategorie an. Der EM-Dritte im Zweikampf, der dabei 384 kg geschafft hatte, ist mit einer Nennleistung von 400 kg die Nummer acht des großen Feldes. Favorit ist demnach mit 440 kg Simon Martirosyan aus Armenien.

Aus diesem Land stammt auch Sargis Martirosjan, der 2005 als Asylwerber nach Österreich gekommen war und 2014 eingebürgert wurde. Bei der WM sieht er sich weitaus größerer Konkurrenz als bei seinen jüngsten EM-Podestplätzen gegenüber. Denn Aktive aus neun Ländern (sieben aus Europa) waren wegen zahlreicher Dopingvergehen in ihren Verbänden für ein Jahr bis Oktober 2018 gesperrt.

Aktuell hat die IWF im Bemühen um einen sauberen Sport und den Erhalt der Zugehörigkeit zur olympischen Familie 70 Athleten aus 26 Ländern von der WM ausgeschlossen. Sie hatten ihren Aufenthaltsort für Dopingtests nicht bekanntgegeben. Fünf Verbänden, unter ihnen Russland, wurden die Quotenplätze für Tokio um bis zu sechs von acht möglichen gekürzt. Kasachstan (mehr als 30 Dopingfälle seit 2008) hat deswegen beim Obersten Sportgericht Beschwerde eingelegt. Wer zu den nächsten Sommerspielen will, muss sich zuvor bei mindestens sechs Bewerben präsentieren.

Der Wahl-Niederösterreicher Martirosjan hat Gewicht zugelegt und präsentierte sich zuletzt sehr stark. 213 kg im Stoßen beim Bundesliga-Finale in Linz (bei der EM waren es 202 kg) haben auch den Ex-Athleten Gottfried Langthaler beeindruckt. „Ich habe Sargis noch nie so stark gesehen“, sagte der ÖGV-Vizepräsident. In seiner Spezialdisziplin Reißen wird Martirosjan eine Außenseiterchance auf Edelmetall eingeräumt. Bei der heurigen EM hatte er 182 kg bewältigt, bei der WM 2017 scheiterte er knapp an 184 kg - das hätte damals sogar zu Gold gereicht - und wurde mit 178 kg Siebenter.




Kommentieren