Letztes Update am Mi, 07.11.2018 12:35

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Arbeitszeit - AK Kärnten: Erzwungene Freiwilligkeit der Arbeitnehmer



Klagenfurt (APA) - Die Arbeiterkammer Kärnten hat am Mittwoch neuerlich gegen das neue Arbeitszeitgesetz protestiert. AK-Präsident Günther Goach erklärte am Mittwoch vor Journalisten, dass die Freiwilligkeit der Arbeitnehmer bezüglich der elften und zwölften Überstunde in der Realität durch Jobangst erzwungen sei. Neuestes Beispiel sei der Fall einer Arbeitnehmerin aus dem Bezirk Spittal/Drau.

Die Frau sei zur Arbeiterkammer gekommen, um wegen des ihr vorgelegten Dienstvertrags um Rat zu fragen. Man habe ihr nach der Probezeit - sie arbeitet in der Gastronomie - einen Vertrag vorgelegt, der folgenden Passus enthalte: „Der Arbeitnehmer erklärt seine ausdrückliche und freiwillige Bereitschaft, bei Vorliegen eines erhöhten Arbeitsbedarfes im Sinne des § 7 Abs. 1 AZG (idF ab 01. 09. 2018) eine Tagesarbeitszeit von bis zu 12 Stunden sowie eine Wochenarbeitszeit von bis zu 60 Stunden leisten zu wollen“. Goach: „Das heißt nichts anderes, als dass die Frau zustimmen soll, bis zu zwölf Stunden zu arbeiten, sonst bekommt sie den Job nicht. In diesem Zusammenhang von Freiwilligkeit zu reden, ist an Zynismus kaum zu überbieten.“

Die Arbeiterkammer habe stets vor genau diesen Dingen gewarnt, betonte AK-Direktor Winfried Haider. Es gebe zu der Frage einer pauschal erklärten Freiwilligkeit auch keine Rechtsprechung, was bedeute, dass die Causa wohl ausjudiziert werden müsste. Die Arbeiterkammer fordert jedenfalls, dass die Bundesregierung die „eklatanten Schwachstellen im Gesetz“ ausmerzen müsse. Denn es handle sich bei den bekannt gewordenen Fällen nicht um ein paar schwarze Schafe. „Das zieht sich durch alle Branchen und durch ganz Österreich“, sagte Goach.

~ WEB http://www.arbeiterkammer.at ~ APA308 2018-11-07/12:30




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