Letztes Update am Mi, 07.11.2018 13:34

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Berliner Bürgermeister beklagt wachsenden Antisemitismus



Berlin (APA/AFP) - Zum 80. Jahrestag der Novemberpogrome am kommenden Freitag hat Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD) vor einem Erstarken des Antisemitismus in Deutschland gewarnt. „Es ist bedrückend, wenn von jüdischer Seite immer häufiger geäußert wird, dass antisemitische Einstellungen wieder in aller Offenheit ausgedrückt werden“, erklärte Müller am Mittwoch.

Demokraten seien verpflichtet, diesen Entwicklungen entgegenzutreten. In der Nacht vom 9. zum 10. November 1938 hatte es im ganzen Land Ausschreitungen gegen Juden und jüdische Einrichtungen gegeben. Durch den ausbleibenden Protest der Gesellschaft fühlten sich die Nationalsozialisten in ihrem Vorhaben bestärkt, Pläne zur Vernichtung der jüdischen Bevölkerung Europas voranzutreiben.

In Berlin finden am Freitag mehrere Gedenkveranstaltungen statt, darunter eine Zusammenkunft in der Ausstellung Topografie des Terrors sowie eine gemeinsame Gedenkveranstaltung des Bundestags und des Zentralrates der Juden in der Synagoge in der Rykestraße.

Müller erklärte, Rechtspopulisten und Geschichtsklitterer arbeiteten an einem gesellschaftlichen Diskurs, „in dem Ausgrenzung, Herabsetzung, Diskriminierung, Fremdenfeindlichkeit und Rassismus weiter enttabuisiert werden“. Er sei bestürzt über die Präsenz von Rechtspopulisten im Deutschen Bundestag und allen Landesparlamenten. „Das sind Alarmzeichen, die allen demokratischen Kräften zu denken geben müssen.“




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