Letztes Update am Mi, 07.11.2018 14:06

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Ringen um Kammervertrag überschattet Herbsttour der LK Burgenland



Eisenstadt (APA) - Die von der Landesregierung angestrebte Mittelkürzung beim neuen Leistungsvertrag für die Landwirtschaftskammer (LK) Burgenland überschattet auch deren diesjährige Herbsttour. Die Finanzierung sei derzeit „völlig offen“, beschrieb Kammerpräsident Niki Berlakovich am Mittwoch den Stand der Verhandlungen. Er verwies dabei auch auf höhere Zahlungen anderer Bundesländer an „ihre“ Kammern.

Eine „radikale Kürzung der Finanzmittel“ lehne man ab, „weil dadurch wichtige Initiativen zum Thema gesunde Ernährung, zum Thema regionale Lebensmittel gefährdet sind oder nicht umgesetzt werden können. Das wäre schade“, argumentierte Berlakovich. Angesichts des Vorhabens des Landes, das Burgenland auf 100 Prozent Biolandwirtschaft umzustellen, sei es unverständlich, wenn dann die Finanzmittel für die Kammer gekürzt werden sollten.

Ebenso offen wie die Finanzierung sei die Frage, was mit jenen Betrieben passiere, „die sagen: Wir können oder wollen nicht auf Bio-Landwirtschaft umstellen“, stellte der Landwirtschaftskammerpräsident fest. Schade wäre es auch, mit einer Konzentration „nur auf Bio“ den ebenfalls wichtigen Trend zur Regionalität der Lebensmittel zu vernachlässigen.

Auch die anderen Bundesländer hätten Verträge mit ihren Landwirtschaftskammern. Das Burgenland zahle am wenigsten, meinte Berlakovich. „Wir bekommen rund 110 Euro pro Betrieb. Im Schnitt bekommen die österreichischen Landwirtschaftskammern 260 Euro pro Betrieb an Landesgeldern - also mehr als das Doppelte.“

Der momentane, auf ein Jahr befristete Leistungsvertrag laufe mit Jahresende aus: „Ab 1.1. 2019 bräuchten wir einen neuen Vertrag.“ Bei seinem ersten Kammervertrag als Agrarlandesrat mit dem früheren Finanzlandesrat Helmut Bieler (SPÖ) habe man bis zum Ergebnis drei Jahre verhandelt. „Das ist nicht das Ziel jetzt“, sagte Berlakovich. „Es geht eigentlich nur darum, dass das Land sagt: Ja, die Landwirtschaftskammer macht eine ordentliche Arbeit.“

Die diesjährige Herbsttour unter dem Motto „Ja zur Landwirtschaftskammer“ führt Berlakovich und Kammerdirektor Josef Prantl durch alle Bezirke des Landes. Unter anderem mit Betriebsbesuchen soll dabei die Vielfalt der burgenländischen Landwirtschaft dokumentiert werden.




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