Letztes Update am Mi, 07.11.2018 14:27

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Telekom/Valora - Telekom finanzierte auch Jagdausflug nach Schottland



Wien (APA) - Die Telekom Austria hat für einen Jagdausflug auf das Gut des Lobbyisten Alfons Mensdorff-Pouilly in Schottland zahlreiche Prominente eingeladen, die Abrechnung erfolgte über die vom Staatsanwalt als „Schwarze Kassa“ titulierte Valora des Lobbyisten Peter Hochegger. Auch das kam heute im Telekom-Valora-Verfahren im Wiener Straflandesgericht zur Sprache.

Der heute einvernommene Angeklagte, ehemals Public-Affairs-Zuständiger der Telekom Austria und davor jahrelang führend in der Organisation von ÖVP-Wahlkämpfen zuständig, fand nichts an dem Jagdausflug und verglich ihn mit den Einladungen zum Hahnenkammrennen in Kitzbühel. Er selber sei auch in Schottland dabei gewesen, organisiert habe er das Ganze aber nicht, betonte er. Hingeflogen sei er per Linienflug, zurück dann im privaten Lear Jet mit der ganzen Telekom-Gruppe, weil im Flieger noch ein Platz frei gewesen sei.

Zur damaligen Jagdgesellschaft 2008 gehörte unter anderem Markus Beyrer, ehemals ÖIAG-Vorstand und Generalsekretär der Industriellenvereinigung (IV). Weiters war auch eine damalige Aufsichtsrätin der Erste dabei. Der heute einvernommene Angeklagte, selbst Jäger, versteht die Aufregung über die Jagdeinladung nicht: „Wenn man sich zum Jagen trifft, ist man böse. Wenn man sich bei einem caritativen Ball trifft, ist man gut“, meinte er.

Im Zuge der vorgelegten Einvernahmeprotokolle des Angeklagten wurde heute im Gerichtssaal deutlich, dass ursprünglich auch gegen den früheren ÖVP-Chef und Vizekanzler Wilhelm Molterer und gegen den jetzigen Europasprecher der ÖVP, Reinhold Lopatka, als Beschuldigte ermittelt worden war. Die Ermittlungen wurden aber eingestellt.

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