Letztes Update am Mi, 07.11.2018 15:47

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Umfrage: Positives EU-Stimmungsbild in Österreich während Ratsvorsitz



Wien (APA) - Laut einer am Mittwoch veröffentlichten Umfrage der Österreichischen Gesellschaft für Europapolitik (ÖGfE) sind aktuell 74 Prozent der Österreicher für einen Verbleib des Landes in der Europäischen Union. Im Vergleich zu der letzten Umfrage von Mai sei die Zahl der Austrittsbefürworter um 4 Prozentpunkte zurückgegangen, berichtete die Gesellschaft in einer Aussendung.

13 Prozent plädierten in der Mitte Oktober durchgeführten österreichweiten Telefonbefragung für einen Austritt aus der Europäischen Union, zwölf Prozent bezogen dazu keine Stellung, hieß es. Mit dem von Österreich am 1. Juli angetretenen EU-Ratsvorsitz sei knapp die Hälfte der Befragten (49 Prozent) „sehr zufrieden“ (acht Prozent) bzw. „eher zufrieden“ (41 Prozent), gab die Gesellschaft bekannt. Ein Drittel sei hingegen „eher nicht“ (23 Prozent) oder „gar nicht“ (zehn Prozent) zufrieden. Ein recht hoher Anteil von 17 Prozent der insgesamt 580 Befragten könne sich zu dieser Frage kein Urteil bilden, stellte die Gesellschaft fest.

Fast jeder vierte befragte Österreicher (23 Prozent) habe jedoch angegeben, seit der Übernahme des Ratsvorsitzes gesteigertes Interesse an EU-Themen zu haben, teilte das Institut mit. „Zur Zeit des heimischen EU-Ratsvorsitzes steht Österreich mehr als sonst im Mittelpunkt der europäischen Auseinandersetzung - mit positiver Wirkung auf das Interesse an europäischen Themen“, kommentierte Schmidt. Er sieht darin „ein Potenzial, das Österreich in den verbleibenden Monaten des Vorsitzes und darüber hinaus noch stärker als bisher nützen sollte“.

Bei den nächsten Wahlen zum Europäischen Parlament wollen nach Angaben der ÖGfE 42 Prozent „sicher“ ihre Stimme abgeben, 34 Prozent „eher“. Damit liegt nach Angaben des ÖGfE-Leiters die Zahl jener Österreicher, die sicher an den nächsten Europawahlen teilnehmen möchten, derzeit knapp unter der tatsächlichen Wahlbeteiligung im Jahr 2014. 14 Prozent hätten angegeben, sie würden „eher nicht“ und drei Prozent „sicher nicht“ zur Wahl gehen. Das aktuelle Stimmungsbild ähnelt laut ÖGfE damit jenem, das die Gesellschaft zu einem vergleichbaren Zeitpunkt vor den Europawahlen 2014 erhob.

Seit Juni 1995 sind laut den Umfragen der ÖGfE die EU-Befürworter stets in der Mehrheit. Durchschnittlich betrage ihr Anteil rund 70 Prozent, jener der EU-Gegner 23 Prozent. „Die höchste Zustimmung zur EU-Mitgliedschaft fand sich im Juni/Juli 2002 (80 Prozent), der stärkste Wunsch nach einem Austritt im Juni/Juli 2008 (33 Prozent)“, hieß es in der Aussendung.

Die hohen Zustimmungswerten zur EU-Mitgliedschaft sind nach Ansicht des ÖGfE-Leiters „kein alleiniges österreichisches Phänomen“. Auch die jüngsten Eurobarometer-Daten der EU-Kommission würden zeigen, dass für eine Mehrheit der Befragten „die Vorteile gemeinsamen Handelns auf europäischer Ebene“ überwiegen. Dies sei „eine wichtige Botschaft für die inhaltliche Auseinandersetzung mit erstarkenden nationalistischen Bewegungen“, so Schmidt.




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