Letztes Update am Mi, 07.11.2018 15:53

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Grazer Westen 2 - Gondelbahn-Pläne stoßen bei Opposition auf Skepsis



Graz (APA) - Auf die schwarz-blauen Pläne für eine Gondel über den Plabutsch reagierte die Grazer SPÖ am Mittwoch äußerst skeptisch: Klubvorsitzender Michael Ehmann und Finanzsprecher Gerald Haßler forderten vorweg eine Dateilprüfung durch den Stadtrechnungshof. Ablehnend reagierten auch die NEOS.

Eine „Aufstiegshilfe“ auf den Plabutsch sei seit Jahrzehnten auch Forderung der Grazer SPÖ, erinnerte Haßler. Aus Sicht der Grazer SPÖ mangle es bei den am Mittwoch präsentierten Plänen jedoch an der Gesamtkonzeption: „Von einem wohldurchdachten, detaillierten Gesamtplan ist wenig zu sehen. Nur zwischen zwei Gasthäusern hin- und herzugondeln, hat mit Naherholung nichts zu tun - das ist keine 35 Millionen Euro wert“, urteilte Ehmann. Seit dem Ankauf des Gasthauses am Thalersee im Jahr 2014 sei „rein gar nichts“ geschehen, „und jetzt hören wir wieder nur Schlagworte, Sprechblasen, Worthülsen“, kritisierten sie in einer gemeinsamen Aussendung.

„Es gehört dringend auf den Tisch, was auf dem Plabutsch und am Thalersee tatsächlich in Hinblick auf Naherholungsangebote passieren soll, was das im Gesamten kostet und wie es finanziert werden soll“, forderten Ehmann und Haßler. Im Grazer Westen seien laut Haßler „großzügige Ausbaumaßnahmen beim öffentlichen Verkehr - etwa eine Tramlinie über Don Bosco bis nach Straßgang und jenseits der Stadtgrenze“ notwendig. Straßenbahnverbindungen nach Seiersberg, zur Uni und zu Magna müssten gegenüber einer „Freizeitgondel“ auf jeden Fall den Vorrang haben, betonte auch Ehmann.

Das Vorhaben hat auch der Grazer NEOS-Gemeinderat Niko Swatek ablehnend kommentiert. Er unterstellte Bürgermeister Siegfried Nagl, sich ein „politisches Denkmal“ setzen zu wollen. „Dafür lässt er dringende Themen wie den Ausbau des öffentlichen Verkehrs oder Verschlechterungen an den Grazer Schulen, links liegen, obwohl die für die Seilbahn geplanten 35 Millionen Euro in diesen Bereichen dringend vonnöten wären“, kritisierte er. Mit der Investition steige der Schuldenstand weiter, „ohne nachhaltig in die Zukunft investiert zu haben“, wie Swatek darlegte.




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