Letztes Update am Mi, 07.11.2018 16:33

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Oberösterreich ordnet sein Spitalswesen 2 - SP-Kritik, Grüne Mahnung



Linz (APA) - Die Sozialdemokraten haben am Mittwoch kritisch, die Grünen vorsichtig positiv auf die Schaffung einer Spitalsholding in Oberösterreich reagiert. Die SPÖ befürchtet, dass die Synergieeffekte nicht bei den Patienten ankommen werden. Die Grünen befürworten die Umstrukturierung zwar prinzipiell, fordern aber eine transparente Gestaltung des Zusammenführungsprozesses ein.

„Die Eigentümer bzw. politisch Verantwortlichen müssen sehr verantwortungsbewusst mit dem verstärkten Durchgriffsrecht auf die Geschäftsführung umgehen“, so die Grüne Gesundheitssprecherin Ulrike Schwarz. Die Versorgung der Patienten und die Arbeitsbedingungen für die Mitarbeiter hätten im Mittelpunkt zu stehen, es dürfe nicht nur um Kosteneinsparungen gehen.

Für SPÖ-Gesundheitssprecher Peter Binder ist die Schaffung einer Holding „keine Antwort auf zu lange OP-Wartezeiten und zu niedrige Pflege-Entlohnung“. In Oberösterreich versickere „immer noch viel Geld im System“, kritisierte er in einer Aussendung, es brauche daher eine „Gesamtevaluierung der Spitalslandschaft“, so Binder.

Gesundheitslandesrätin Christine Haberlander (ÖVP) rechnet durch die Umstrukturierung mit Einsparungen von 7,5 Mio. Euro jährlich im nichtmedizinischen Bereich. Die Ausgangsbasis liegt laut ihrem Büro bei Kosten von 100 Mio. Euro. Zu erwarten sei demnach eine Kostendämpfung von rund zehn Prozent im - derzeit mit 44 Mio. Euro veranschlagten - IT-Bereich. Rund acht Prozent will man im aktuell 20 Mio. Euro teuren Verwaltungsbereich sparen, fünf Prozent bei der Beschaffung (22 Mio. Euro). Weitere, kleinere Einsparungen verspricht man sich von Synergien in der Instandhaltung, der PR, im Qualitätsmanagement und in der Ausbildung.




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