Letztes Update am Mi, 07.11.2018 17:06

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Frankreich fordert von UBS 1,6 Milliarden Euro im Steuerprozess



Zürich (APA/awp/sda/AFP) - Im Steuerhinterziehungsprozess gegen die UBS am Pariser Strafgericht fordert der französische Staat von der Schweizer Großbank eine Entschädigung von 1,6 Mrd. Euro, wie der Staatsanwalt Xavier Normand-Bodard am Mittwoch erklärte.

Die UBS habe ein ausgeklügeltes Betrugs- und Geldwäschereisystem aufgebaut, in dem die Bank im Namen des Bankgeheimnisses behauptete, nichts zu hören, nichts zu sehen und nichts zu wissen, sagte Normand-Bodard. Er forderte den Pariser Strafgerichtshof auf, dieses jahrelang praktizierte System hart zu bestrafen. Ziel der Großbank sei es gewesen, den Kunden mittels Nummernkonti, Trusts oder Stiftungen bei der Steuerhinterziehung zu helfen.

Die UBS soll laut dem Staatsanwalt zwischen 2004 und 2012 illegal Bankberater nach Frankreich geschickt haben, um Reiche in eine Filiale der UBS France zu locken. Die Kunden seien an Empfängen, Jagdgesellschaften oder an Sportanlässen angesprochen worden, um sie von der Eröffnung von Schwarzgeld-Konten in der Schweiz zu überzeugen.

Die UBS steht in Frankreich seit dem 8. Oktober und voraussichtlich noch bis zum 15. November 2018 vor Gericht, wo sie sich gegen Vorwürfe der Geldwäscherei und der Beihilfe zur Steuerhinterziehung verteidigen muss. Im Juli 2014 hatte die UBS eine Kaution von 1,1 Milliarden Euro hinterlegen müssen.

Die Großbank soll französische Kunden dazu angestiftet haben, mehr als zehn Milliarden Euro am Fiskus vorbei zu schmuggeln. Die UBS selbst spricht von „oft unbegründeten Vorwürfen“. Die Anklage beruht teilweise auf Aussagen und Dokumenten von ehemaligen Mitarbeitern.

~ ISIN CH0247704312 WEB http://www.ubs.com ~ APA511 2018-11-07/17:02




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