Letztes Update am Mi, 07.11.2018 18:20

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Gewinner und Verlierer der US-Kongresswahlen



Washington (APA/dpa) - Repräsentantenhaus an die Demokraten, Senat an die Republikaner: Nach den Kongresswahlen wird die Politik in den USA nicht einfacher - aber bunter. Gewinner und Verlierer einer Wahlnacht mit vielen knappen Entscheidungen.

Gewinner: Ehemalige Verurteilte in Florida

Florida ist ein wichtiger Swing State, also ein Staat, in dem mal die eine, mal die andere Seite die Mehrheit holt. Bei einem Referendum parallel zu den Kongresswahlen haben die Menschen zugestimmt, künftig Verurteilten und früheren Häftlingen das Wahlrecht wieder einzuräumen. Nach Schätzungen mancher Bürgerrechtsgruppen könnte es dadurch bis zu 1,5 Millionen neue Wahlberechtigte geben, darunter rund jede und jeder sechste schwarze potenziell Wahlberechtigte.

Gewinner: Republikaner in Dörfern

Großstädter und Menschen in Vororten haben diesmal noch deutlicher demokratisch, ländliche Gegenden noch deutlicher republikanisch gewählt. Das US-Wahlrecht bei Präsidentschaftswahlen bevorzugt schwächer besiedelte Bundesstaaten, sie dürfen im Verhältnis mehr Wahlmänner entsenden. Das ist gut für die Republikaner auf dem Land - sie haben mit weniger Wählerstimmen mehr erreicht.

Gewinner: Die „Regenbogenkoalition“

Besonders bei den Demokraten sind nun viele Bevölkerungsgruppen unter im Kongress vertreten, die bisher dort nicht repräsentiert waren. Deb Haaland aus New Mexico und Sharice Davids aus Kansas gehören indigenen Stämmen an. Jared Polis aus Colorado ist der erste, der als offen Schwuler zum Gouverneur gewählt wurde, Rashida Tlaib und Ilhan Omar sind die ersten Muslima im Kongress.

Verlierer: Die junge Garde der Demokraten

Dem als „junger Kennedy“ bezeichneten Senats-Kandidaten Beto O‘Rourke (46) ist in Texas trotz eines guten Ergebnisses kein Sieg gelungen. In Georgia sieht es trotz einer noch möglichen Nachwahl für Stacey Abrams (44) bei den Gouverneurswahlen schlecht aus. Dass der schwarze Andrew Gillum (39) in Florida die Gouverneurswahl verloren hat, war eine kleine Überraschung. Alle drei traten mit einem linken Parteiprogramm an. Befürworter eines gemäßigteren Präsidentschaftskandidaten 2020 haben neuen Aufwind bekommen.

Verlierer: Trumpkritiker unter den Republikanern

Wer es bei den Republikanern gewagt hat, Donald Trump zu kritisieren, der wurde bei den Kongresswahlen abgestraft. In Florida und Colorado haben Kandidaten verloren, die sich öffentlich gegen den Präsidenten gestellt haben.




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