Letztes Update am Do, 08.11.2018 07:31

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Amnesty: Houthi-Rebellen missbrauchen Krankenhäuser



Dubai/Sanaa (APA/AFP) - Amnesty International hat den Houthi-Rebellen schwere Vergehen gegen die Zivilbevölkerung im Kampf um die jemenitische Hafenstadt Hodeidah vorgeworfen. Die Rebellen würden Krankenhäuser für militärische Zwecke missbrauchen und in der Stadt Minen legen, erklärte die Nahost-Kampagnendirektorin von Amnesty, Samah Hadid, am Donnerstag. Sie sprach von einer „äußert besorgniserregenden Entwicklung“.

Demnach positionierten die Houthi-Rebellen im Kampf gegen die von Saudi-Arabien angeführte Militärkoalition Soldaten auf dem Dach eines Krankenhauses im Viertel des 22. Mai in Hodeidah. In dem Krankenhaus befänden sich jedoch zahlreiche verletzte Zivilisten, die nicht flüchten könnten.

Überdies sei es für Zivilisten mittlerweile schwer, aus der umkämpften Stadt zu entkommen, erklärte Hadid. Durch die Kämpfe seien die Wege aus Hodeidah in Richtung Süden blockiert. Auf anderen Wegen hätten die Rebellen Minen verlegt, lediglich in Richtung Norden könnten Zivilisten noch aus der Stadt fliehen. Zugleich warf Amnesty der Militärkoalition vor, bei Luftschlägen zwischen dem 13. und 24. Oktober mindestens 32 Zivilisten getötet zu haben.

Die Zivilisten würden eine „schrecklichen Preis“ zahlen, sollten die Kämpfe wie zuletzt weitergehen, warnte Hadid. Beide Seiten könnten dabei Kriegsverbrechen begehen.

Vor einer Woche hatten Regierungstruppen und die verbündete Militärkoalition eine Offensive auf Hodeidah mit dutzenden Toten gestartet. Im Jemen sind durch den seit Jahren anhaltenden Konflikt laut UNO mehr als 14 Millionen Menschen von Hunger bedroht. Rund 10.000 Menschen wurden insgesamt getötet.




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