Letztes Update am Do, 08.11.2018 10:35

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Fußball: Salzburg ist in vergangenen zwei Jahren „viel gelungen“



Trondheim (APA) - Für Stephan Reiter, Geschäftsführer von Fußball-Serienmeister Red Bull Salzburg, hängt der „Bullen“-Himmel voller Geigen. Erneut blickt der Club nicht nur einer sportlich, sondern auch wirtschaftlich erfolgreichen Saison entgegen. „Das kann uns alle schon ein Stückchen stolz machen“, sagte Reiter vor dem EL-Spiel bei Rosenborg Trondheim am (heutigen) Donnerstag (21.00 Uhr/live Puls 4 und DAZN).

Der einmal mehr verpasste Einzug in die Champions League bedeutete zwar einen nicht zu leugnenden finanziellen Dämpfer („Wir haben auf einen Schlag 10 Millionen Euro verloren, die wir allerdings nicht budgetiert haben“), doch auch im kleineren der beiden Europacupbewerbe sprudelt das Geld. Das CL-Play-off brachte immerhin ein Trostpflaster von 5 Mio. Euro, mit dem EL-Antrittsgeld (2,92 Mio.), den bisherigen Erfolgsprämien (1,7 Mio.) und der Honorierung für die Reihung in der UEFA-Rangliste (ca. 2,5 Mio.) hat man bis dato gut 12 Mio. Euro eingenommen. Schon jetzt hat man so mehr als in der Vorsaison lukriert, in der man das EL-Halbfinale erreichte. Danach überwies die UEFA inklusive Marktpool (2,239 Mio.) 10.873.020 Euro an die Salzburger.

Das sind freilich nicht die einzigen Zahlen, die Reiter erfreuen. Endlich scheint man auch das leidige Zuschauerthema besser in den Griff zu bekommen. „Wir haben ein Plus von 40 Prozent bei den Dauerkarten verzeichnet, national von 4.600 auf 6.500 erhöhen können“, berichtete der 47-Jährige. Erwartungsgemäß stärker ist die Steigerung bei internationalen Spielen, anstelle von 3.500 Dreierabos für die EL-Gruppenphase 2017/18 setzte man diesmal 16.100 ab. „Wir haben natürlich auch versucht, das mit einer attraktiven Preisgestaltung zu unterstützen“, betonte Reiter. So gab es die günstigsten Vollpreis-Abos im normalen Verkauf um 50 Euro.

Dass zu den ersten beiden EL-Heimpartien gegen Celtic Glasgow (24.085) und Rosenborg (20.639) jeweils die 20.000er-Marke bei den Zuschauern geknackt wurde, sei zudem ein „Ausrufezeichen“. Und schon jetzt stehe fest, dass das letzte Gruppenheimspiel gegen Leipzig (29. November) mit 29.520 auserkauft sein wird. Damit werden erstmals zu jeder Gruppenpartie über 20.000 ins Stadion gekommen sein, die Gesamt-Bestmarke aus der Saison 2009/10 (62.958), als die Gegner Villarreal, Lazio Rom und Lewski Sofia hießen, wird man mit dann 74.244 Fans klar übertreffen. „Wir sind im VIP-Bereich ausverkauft, auch die Nordtribüne ist gut gefüllt. Generell haben wir eine sehr familienfreundliche Stadionatmosphäre“, stellte der ehemalige Coca-Cola-Manager fest. „Auch die Neuausrichtung in der Fanbetreuung ist ein positiver Teil der Entwicklung.“

„Das sind alles Fakten, die Erfolge spiegeln sich in diesen Zahlen wider“, erklärte Reiter, der sein Amt im Februar 2017 antrat. „Da ist uns in den vergangenen zwei Jahren viel gelungen. Es hat sich ausgezahlt, dass wir im vergangenen Sommer übergebührlich investiert und die Mannschaft zusammengehalten haben. Die Art und Weise wie wir spielen, begeistert. Ich denke, dass die Menschen in Salzburg und in Österreich unsere Strategie und unseren Weg verstehen, anerkennen und unterstützen. Ich habe etwa zuletzt bei der Sporthilfe-Gala in Wien bemerkt, dass Red Bull Salzburg sehr positiv besetzt ist. Die Ehrung als Mannschaft des Jahres ist dafür ein weiterer besonderer Beleg.“

Wie sich der neue Modus in der Bundesliga genau auswirkt, bleibe abzuwarten. Schon jetzt sei das Ganze aber „sehr spannend. Der imaginäre ‚Strich‘ und die später folgende Punkteteilung sorgen für Aufsehen. Und im Play-off kann ja dann jedes Spiel entscheidende Bedeutung haben. Ich gehe davon aus, dass die Attraktivität für die Zuschauer im Lauf der Meisterschaft nicht geringer wird und denke, dass wir am Ende der Saison seit langem wieder den Zehntausender-Schnitt erreichen können“, meinte Reiter. In den vergangenen acht Saisonen gelang das nur zweimal, zuletzt 2014/15, als unter Roger Schmidt die Pressingmaschine auf Hochtouren schnurrte.

Mit dem derzeitigen TV-Vertrag, der keine Spiele im Free-TV mehr vorsieht, ist Reiter aktuell zufrieden. „Dass das die eine oder andere Herausforderung mit sich bringt, war von Beginn an klar. Aber die Qualität der Übertragungen bei Sky ist sehr gut und die Highlight-Show im ORF ein sehr interessantes Format. Außerdem ist der TV-Media-Value ja nicht das einzige Instrument auf dem wir spielen. Da gibt es etwa auch den Social-Media- und den Printbereich, durch den wir sehr viel Media Value generieren.“

Bei aller Zufriedenheit will Reiter „hungrig“ bleiben: „Es gibt nach wie vor Potenzial, das Stadionerlebnis als solches weiter aufzuwerten. Wenn ich mir etwa anschaue, wie schnell und dynamisch der Social-Media-Bereich ist und sich die Kommunikation immer stärker dorthin verlagert, bestehen noch große Möglichkeiten.“




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