Letztes Update am Do, 08.11.2018 11:39

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Iran-Sanktionen - USA erlauben Irak weiter Stromimporte aus dem Iran



Bagdad (APA/AFP) - Nach Inkrafttreten der neuen US-Sanktionen gegen den Iran hat Washington dessen Nachbarn Irak eine Ausnahme für den Import von iranischem Strom gewährt. Der US-Gesandte für den Iran, Brian Hook, sagte am Mittwoch in Bagdad, der Irak sei bei Stromimporten aus dem Iran von den US-Sanktionen ausgenommen.

Ein irakischer Regierungsvertreter sagte, der Irak müsse dafür einen Zeitplan vorlegen, wie er seine Öl- und Gasimporte aus dem Iran schrittweise reduzieren wolle.

Der Irak kämpft seit Jahren mit Stromausfällen und ist für seine Elektrizitätsversorgung auf den Iran angewiesen. Zudem braucht er die iranischen Gaslieferungen für den Betrieb seiner Kraftwerke. Ein Stopp dieser Lieferungen würde die ohnehin gravierende Stromkrise im Irak verschärfen, dessen 39 Millionen Einwohner zumeist nur wenige Stunden Elektrizität am Tag erhalten.

Die irakische Regierung bringt die Anti-Iran-Politik der USA in eine Zwickmühle, da sie enge Verbindungen zu Teheran unterhält, aber auch auf die Unterstützung der USA angewiesen ist. US-Präsident Donald Trump war im Mai aus dem internationalen Atomabkommen mit dem Iran ausgestiegen und hatte neue Finanz- und Handelssanktionen gegen das Land verhängt. Ein erstes Paket von Sanktionen trat Anfang August in Kraft, eine zweite Welle folgte am Montag.

Die neuen Sanktionen betreffen vor allem die iranischen Banken, den Ölsektor und die Schifffahrt. Trumps Ziel ist es, die iranischen Ölexporte auf Null zu senken. Allerdings gewährte Washington acht Ländern vorerst Ausnahmen, darunter die größten Importeure iranischen Öls: China, Indien, Südkorea, Türkei und Italien. Sie dürfen weiter iranisches Öl einführen, müssen aber zeigen, dass sie ihre Importe schrittweise reduzieren.




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