Letztes Update am Do, 08.11.2018 13:14

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Freund mit Steakmesser attackiert: Prozess am Dienstag in Korneuburg



Korneuburg (APA) - Ein 27-jähriger Wiener muss sich am Dienstag in Korneuburg wegen Mordversuchs vor Gericht verantworten, weil er am 15. Februar einen Schulfreund in dessen Wohnung im Bezirk Gänserndorf mit dem Steakmesser attackiert haben soll. Nachdem die beiden Drogen konsumiert hatten, stritten sich die beiden und der Wiener griff nach dem Messer. Der Niederösterreicher überlebte, weil er sich tot stellte.

Die beiden kannten einander bereits aus Schulzeiten und verbrachten in den vergangenen Monaten viel Zeit miteinander. Am Tag vor der Bluttat fuhren sie gemeinsam nach Wien, um Drogen zu kaufen und in der Wohnung des Niederösterreichers zu konsumieren. Am nächsten Tag wollte der 27-Jährige erneut Suchtgift konsumieren und bat den Freund, mit ihm wieder nach Wien zu fahren. Da der Mann aber arbeiten musste, lehnte er ab. Der Wiener beharrte darauf, dass er ihn wenigstens zu seinem Hotel in Hainburg bringen sollte, auch das wollte der Niederösterreicher nicht machen. Er zeigte dem 27-Jährigen lediglich den Weg zum Bahnhof.

Als der Wiener aber dann um ein paar Minuten den Zug verpasste, geriet er scheinbar so in Rage, dass er wutentbrannt zu der Wohnung des Freundes zurückging. Im Streit schnappte sich der 27-Jährige das Küchenmesser und fügte dem Kontrahenten, der sich gerade im Badezimmer fertig machen wollte, neben kratzartigen Schürfungen am Hals auch eine zwei Zentimeter tiefe Stichwunde am rechten Hals-Nacken-Bereich zu. Der Beschuldigte dürfte laut Anklage nicht kräftig zugestochen haben, auch wurden dadurch keine großen Blutgefäße oder Nervenäste eröffnet. Jedoch ließ sich das Opfer bei dem Angriff in die Badewanne fallen und stellte sich tot, sodass der Wiener von ihm abließ.

Der 27-Jährige, der glaubte, dass er seinen Freund getötet hat, schnappte sich 180 Euro aus der fremden Geldbörse und flüchtete mit dessen Auto. Erst fünf Tage später stellte er sich in Wien. Bei der Verhandlung am Dienstag - neben Mordversuch ist auch Diebstahl und der unbefugte Gebrauch eines Fahrzeuges angeklagt - wird sich der Beschuldigte laut seinem Anwalt Franz Lima nicht schuldig bekennen.

Die Verletzungen seien im Zuge eines Gerangels entstanden, sagte Lima. Sein Mandant habe dann „in Panik“ Bargeld genommen und sei mit dem Auto fortgefahren, meinte der Rechtsanwalt. Es gebe „kein Motiv“.

Der Niederösterreicher rief nach der Tat seinen Stiefvater zu Hilfe. Mit leichten Verletzungen am Hals wurde er im Landesklinikum Hainburg behandelt. Das Auto des Opfers wurde von Beamten der Polizeiinspektion Lassee in der Nähe des Tatortes gefunden.




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