Letztes Update am Do, 08.11.2018 13:50

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Shoah-Gedenkmauer - Zahlreiche Genehmigungen nötig



Wien (APA) - Trotz Finanzierungszusage durch den Bund ist die Shoah-Gedenkmauer in Wien noch keinesfalls unter Dach und Fach. Denn für eine Realisierung braucht es zahlreiche Genehmigungen bzw. müssen jede Menge Aspekte berücksichtigt werden, wie APA-Anfragen im Rathaus ergaben. Abgesehen davon bekräftigt die Stadt aber einmal mehr, dem privat initiierten Projekt positiv gegenüber zu stehen.

Grundsätzlich gibt es bereits in der Standortfrage noch Klärungsbedarf. Denn die vom Verein rund um den Holocaust-Überlebenden Kurt Y. Tutter angedachte Fläche im Ostarrichipark gehört nur zu einem Teil der Stadt - nämlich jener hin zur Alser Straße. Der Rest ist im Besitz der dort ansässigen Nationalbank. Wien hatte sich mit der Wahl der Location zufrieden gezeigt und die Bereitstellung des eigenen Grunds in Aussicht gestellt. Sollte die Gedenkstätte aber über das städtische Areal hinausgehen, wird es wohl etwas komplizierter.

Darüber hinaus sind noch eine Reihe zusätzlicher Abläufe nötig, die die Initiatoren bedenken bzw. berücksichtigen müssen. Dazu gehört in erster Linie die Einreichung des Vorhabens bei der Baupolizei (MA 37). „Bei uns ist noch keine Einreichung anhängig“, sagte deren stellvertretender Leiter Bernhard Gutternigh der APA. Es habe noch überhaupt keinen Kontakt gegeben. Wichtig ist eine Bewilligung der Baupolizei insofern, als erst dann „der erste Stein gesetzt werden kann“, wie Gutternigh erklärte.

Im Zuge der Einreichung müssen der Behörde „aussagekräftige“ Unterlagen zum Projekt vorgelegt werden. Auf deren Basis beurteilt die MA 37 dann, ob grünes Licht gegeben werden kann. Dafür werden auch einige Fachdienststellen mit Teilprüfungen befasst - wie etwa die MA 19 (Architektur und Stadtgestaltung) oder die Baudirektion. Da es sich um eine flächenwidmungsfremde Nutzung handeln würde, wären auch die MA 21 und die MA 42 - für den Abschluss eines „Benützungsübereinkommens“ - zu befassen.

Sobald die Einreichung einlangt, werde man sich „im Rahmen unserer Möglichkeiten“ um eine „schnellstmögliche Bewilligung“ bemühen, versprach Gutternigh. Zu rechnen sei mit einem Zeitraum von einigen Wochen - wobei freilich ausständige Details nachgefordert oder Änderungen nötig sein können.

Neben der Baupolizei braucht es aber für die Gedenkmauer noch weitere Zustimmungen, heißt es im Rathaus. So ist etwa eine positive Stellungnahme des Bezirks, in diesem Fall Alsergrund, eine Bedingung. Zudem muss die Lichtsituation - Stichwort Verschattungen - mit der MA 33 geklärt werden. Ein positives Statikgutachten ist ebenso Voraussetzung. Und die Wiener Linien werden ebenfalls ein Wörtchen mitzureden haben. Denn immerhin muss erörtert werden, ob das Denkmal bzw. die Arbeiten dafür den Bau der neuen U5 tangiert. Immerhin führt die türkise U-Bahn-Linie in der ersten Ausbaustufe bis zum Frankhplatz/Altes AKH. Die Station liegt in unmittelbarer Nähe zum Ostarrichipark.

Im Büro von Bürgermeister Michael Ludwig (SPÖ) betonte man gegenüber der APA erneut, dass die Stadt ihre Unterstützung für das Shoah-Mahnmal zugesichert habe. Zudem werde man die Kosten für den Erhalt und die Restaurierung der Gedenkmauer übernehmen, wurde bekräftigt.




Kommentieren